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Kostenstreit ums Flüchtlingsheim

Neustadt Kostenstreit ums Flüchtlingsheim

Sind die Kosten für städtische Flüchtlingswohnungen an der Bunsenstraße vergleichbar denen für privat finanziertes Wohnen gehobenen Standards im Stadtgebiet?

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Die Stadt baut an der Bunsenstraße ein Flüchtlingswohnheim aus Container. Ist es zu teuer?

Quelle: von werder/privat

Neustadt. Auf 6,2 Millionen Euro beziffert die Stadtverwaltung aktuell die Gesamtkosten für die Anlage, in der 150 Menschen wohnen können. 3000 Quadratmeter Nutzfläche entstünden, "inclusive des Gemeinschaftsbereiches" beliefen sich die Baukosten auf 1700 Euro pro Quadratmeter. Dazu kämen, sagt Stadtsprecherin Nadine Schley, Kosten für Außengelände und Inneneinrichtungen  in der Summe 2066 Euro pro Quadratmeter. "Schließlich sind die Wohnungen nahezu bezugsfertig", sagt die Stadtsprecherin.

Nur wenige hundert Meter von der Bunsenstraße entfernt entstehen Wohnungen, die umgangssprachlich mit dem Anhang "Luxus" versehen sind. Bauunternehmer Reinhard Sänger erstellt in sechs Blöcken 45 Wohnungen, verkauft diese pro Quadratmeter "im Durchschnitt für 2316 Euro", einschließlich Fahrstuhl, Fußbodenheizung, Rolläden und anderen Annehmlichkeiten. "Wenn wir darauf verzichten, liegen wir auch bei 2000 Euro", sagt der Unternehmer. Die Containerbauweise an der Bunsenstraße, meint er, müsste eigentlich günstiger sein. Das Bauen Stein auf Stein, sagt er, hätte bei diesen Preisen eine Alternative sein können. Möglich, dass das "ein paar Monate länger gedauert hätte". Für Container hätten sich im vergangenen Jahr die Preise in kürzester Zeit annähernd verdoppelt.

FDP-Ratsherr Thomas Iseke hatte den städtischen Bau sehr früh kritisch hinterfragt, von "Verschwendung" gesprochen. Jetzt legt Fraktionskollege Dirk Salzmann (Bürgerforum) nach. "Die Stadt hat ein schlechtes Gewissen, weil der Bau eindeutig zu teuer ist." So habe er in mehrfachem Schriftwechsel mit Bürgermeister Uwe Sternbeck um genaue Zahlen gebeten, Sternbeck dann zuletzt geantwortet, dass eine Antwort "vorbereitet" werde. Diese sei "aber nicht so einfach", wie Salzmann meine.

Die Verwaltung betont die Notwendigkeit für den Bau. Er sei auch in Anbetracht rückläufiger Flüchtlingszahlen notwendig, um Flüchtlinge aus bisherigen Notunterkünften wie in der Schule Mardorf angemessen unterbringen zu können.

Von Dirk von Werder

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