Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Das zieht sich mit dem neuen Rathaus

Neustadt Das zieht sich mit dem neuen Rathaus

Der Bau des neuen Rathauses zieht sich - alle wichtigen Entscheidungen werden erst vom neuen Rat getroffen, der im September gewählt wird, im Oktober erstmals tagt.

Voriger Artikel
Ein Dorf rügt seine Genossenschaftsbank
Nächster Artikel
Neue Wege braucht das Dorf

Der aktuelle Plan: Zwischen Marktstraße (oben) und Herzog-Erich-Allee (unten) erstrecken sich Einzelhandelsgebäude (1, 3, 4, 5) und der neue Verwaltungssitz (2). Übergänge sind teils fließend.

Quelle: Stadt Neustadt

Neustadt. Erstmals nach Monaten hat die Spitze der Stadtverwaltung wieder Stellung bezogen, hat die städtebauliche Bedeutung der anstehenden Entscheidungen betont und die dringende Notwendigkeit, zu handeln. Im Vergleich mit anderen Kommunen schneide Neustadt in Sachen Verwaltungssitz schlecht ab, sagt Bürgermeister Uwe Sternbeck, "das haben fast alle besser gelöst als wir", doch in Sachen Potenzial liege Neustadt weit vorne: "Wir haben Chancen, die andere nicht haben."

Die Stadt verfüge über ein Zentrum direkt an Bahnhof und Busbahnhof mit diversen Möglichkeiten, es zukunftsträchtig zu entwickeln, betont das Stadtoberhaupt. Das solle geschehen - und das koste Zeit. Mehr Zeit, als noch vor Jahren geplant. "Der neue Rat wird den Umzug begleiten", sagt Sternbeck. Andererseits herrsche enormer zeitlicher Druck. Die Zustände in vielen der heute genutzten Verwaltungsgebäuden - fünf Standorte im Stadtgebiet  - seien längst untragbar. Schimmel in Aktenkellern sei ein Unding, ein anderes, "dass wir für den nächsten Winter 12000 Euro in eine neue Heizanlage in diese Gebäude investieren müssen." Sternbeck spricht von den Gebäuden an der Theresenstraße, nach dem Krieg als Krankenhaus gebaut und, so Bauingenieur Thomas Völkel, "eindeutig am Ende der Nutzungszeit angekommen." Rund 140 Mitarbeiter haben dort ihre Büros.

Nun also ein Neubau südlich der Marktstraße. Die Verwaltung und die große Mehrheit der Ratsfraktionen von SPD über CDU bis zu den Grünen favorisieren den Standort. Erste Pläne aus 2011 gingen von Investitionskosten von rund 12 Millionen Euro für den Bau eines Verwaltungssitzes dort aus. Als nächste Schritte werden Bodengutachten sowie ein Wertgutachten für das frühere Kaufhaus erstellt, dessen Fläche Teil der Gesamtplanung sein soll. Dort - eventuell auch in Verbindung mit Verwaltungsräumen - sollen neue Einzelhändler ansiedeln, der Stadt den lange gewünschten Frequenzbringer verschaffen. "Es tut sich schon was", sagt Stadtplaner Friedrich Wippermann. Investoren wie Handelsketten, die vor nicht langer Zeit nichts von Neustadt hätten wissen wollen, zeigten sich "jetzt deutlich interessiert."

Eine der Unwägbarkeiten

Noch ist der Standort nicht gesichert. Am 6. Juni will Ratsherr Dirk Salzmann (Bürgerforum) 4000 Unterschriften für ein Bürgerbegehren in der Verwaltung abgeben. Ziel: Ein Rathausbau an der Nienburger Straße, der nach Berechnungen von 2011 bis zu drei Millionen Euro billiger sein soll. Wird das Bürgerbegehren anerkannt, müsste Neustadt darüber abstimmen: vermutlich eine Woche nach der Kommunalwahl, also am 18. September. Der Bürgerentscheid hätte Erfolg, wenn die Mehrheit der gültigen Stimmen auf Ja lautet und diese Mehrheit mindestens 25 Prozent der Wahlberechtigten beträgt. Ein positiver Bürgerentscheid würde Rat und Verwaltung für mindestens zwei Jahre binden, ein Rathaus an der Nienburger Straße zu bauen.

doc6pw3a3cxoxyjddh9mbv

Maic Schillack (von links), Uwe Sternbeck, Thomas Völkel und Friedrich Wippermann stehen auf der so genannten Krawatteninsel vor dem Parkplatz des ehemaliegn Kaufhauses. Hier könnte der Haupteingang eines neuen Rathauses entstehen.

Quelle: Benjamin Gleue

Von Dirk von Werder Benjamin Gleue

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6smqf7mqbbd16liomer2
Vorfreude pur - wo, wenn nicht in Himmelreich?

Fotostrecke Neustadt: Vorfreude pur - wo, wenn nicht in Himmelreich?