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Shakespeare leicht verregnet

Neustadt Shakespeare leicht verregnet

Shakespeares sämtliche Werke - immerhin 37 Stück, eingedampft auf gerade mal zwei Stunden und drei Darsteller. Kann das funktionieren? Und wie das funktioniert. Die Waldbühne Otternhagen feierte am Sonnabend trotz Regens eine grandiose Premiere.

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Shakespeare im Regen: Zuschauer verfolgen unter Schirmen und Regencapes die höchst amüsant präsentierte Komödie auf der Waldbühne Otternhagen.

Quelle: Behrens

Otternhagen. Wer hat heutzutage schon noch Zeit? Und dann auch noch fürs Theater? Ganze fünf Tage und Nächte müsste ein Ensemble durchspielen, wenn sie William Shakespeares ganzes Schaffen auf die Bühne bringen wollte. Viel zu viel Aufwand, dachten sich die Amerikaner Adam Long, Daniel Singer und Jess Winfield. Sie verarbeiteten die 37 Stücke mit 1834 Rollen und zusätzlich 154 Sonette zu einem einzigen Stück. "Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt)", hatte am Sonnabend Premiere auf der Waldbühne Otternhagen, trotz Dauerregens.

Mit gerade einmal drei Darstellern kommt die Komödie aus. Die Zeit- und Personalersparnis hat System. Kevin Wucherpfennig, Florian Behnsen und Jannis Ruhnke schlüpfen alle in mehrere Rollen, die zeitgleich gespielt werden. Sämtliche Komödien, "die ja eh weniger lustig sind als die Tragödien", wie es im Stück heißt, werden zu einer einzigen zusammengefasst. Und warum sollte man die ganzen Historien um mal wahlweise mordende oder ermordete Könige nicht als Fußballspiel austragen?

Lange galt das Stück aufgrund seiner vielen Wortspiele und Anspielungen auf den englischen Kulturkreis als nicht übersetzbar. Dorothea Renckhoff hat es dennoch geschafft, mit Anpassungen an deutsche Zuschauer. Die drei Nachwuchsschauspieler um Regisseur Magnus Ronge haben den Text nochmal etwas aktualisiert. "Das Stück hat sich sehr gut entwickelt", sagt Kevin Wucherpfennig. Statt Gregor Gysi wird jetzt AfD-Abgeordneter Björn Höcke von einem Meteor erschlagen, die Lindenstraße wurde durch "Berlin - Tag und Nacht" ersetzt. Das Mischung aus Comedy, Persiflage, Slapstick und dutzenden Kostümen ist kein bisschen weniger lustig - im Gegenteil. Immer wieder brechen die rund 30 Zuschauer in regelrechte Lachkrämpfe aus. "Das war super, trotz des Regens gut gespielt", meint Thomas Wolter. Die nächste Vorstellung beginnt am Freitag, 1. Juli, um 20 Uhr. Noch bis zum 10. September wird das Stück gezeigt.

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Von Benjamin Behrens

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