Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 16 ° wolkig

Navigation:
Die neue Expertin im Kloster Mariensee

Neustadt Die neue Expertin im Kloster Mariensee

Heidi Wolfstein hat schon viele Aufgaben bekleidet: Sie führte viele Jahre lang die Landfrauen im Ort, war Schatzmeisterin im Marienseer Kreis, arbeitet dort noch heute im Vorstand und hilft im Kloster, wo sie kann. Jetzt hat sie sich ein neues Ziel gesetzt: Sie lässt sich zur Kirchenführerin ausbilden.

Voriger Artikel
6500 Euro für Kinder in Bangladesch
Nächster Artikel
Aufmerksame Nachbarn verhindern Betrug

Am Taufstein aus dem Jahr 1545 verweilt Heidi Wolfstein mit den Besuchergruppen im Kloster Mariensee besonders gern.

Quelle: privat

Mariensee. Mit 72 Jahren drückt Wolfstein noch einmal die Schulbank - zumindest im übertragenen Sinne. "Ich habe zuerst gezweifelt, ob ich das schaffe", räumt sie ein. Nun aber sei sie froh, sich dafür entschieden zu haben. 21 Männer und Frauen aus ganz Niedersachsen trafen im vergangenen Jahr denselben Entschluss und sind auf dem Weg zum ehrenamtlichen Kirchenführer.

Die Evangelische Landeskirche Hannover steht hinter der Ausbildung, mit der die Teilnehmer befähigt werden, Führungen eigenständig zu gestalten und Publikum fachkundig durch Kirchen und Klöster zu geleiten. Das Programm, das die Männer und Frauen dafür absolvieren müssen, hat es in sich: In acht Wochenendseminaren an unterschiedlichen Tagungsstätten werden ihnen Kenntnisse über Bau- und Kirchengeschichte, Architektur, Symbolik, Spiritualität und Wissen über theologische Themen vermittelt. Rund 120 Unterrichtsstunden sind dafür zu meistern. Die angehenden Führer werden außerdem in Didaktik, Methodik und Rhetorik geschult. "Das ist schon eine Menge neues Wissen, das in den Kopf rein muss", sagt Wolfstein. "Aber es hat viel Spaß gemacht, das alles zu lernen. Ich habe viel gelesen", sagt Wolfstein. "Außerdem habe ich von meinen Erfahrungen mit den Landfrauen und der Arbeit in der Kirche profitiert."

Bereits während der Ausbildungsphase führen die Auszubildenden Besucher durch ihre Kirche. "An meine erste Führung kann ich mich gut erinnern", sagt Wolfstein. Aufgeregt sei sie gewesen, so sehr, dass die Gemeindesekretärin ihr vor Beginn Mut machen musste. Gegen Ende ihrer Premiereführung habe eine Besucherin ihr ein besonderes Lob ausgesprochen. "Das hat mich in meinem Wunsch bekräftigt weiterzumachen."

Wer sich der angehenden Expertin im Kloster Mariensee anschließt, wird mit mancher Anekdote am Rande erfreut. "Den Taufstein von 1545 mag ich ganz besonders", sagt Wolfstein. Hier berichte sie immer etwas ausführlicher. Zudem liebe sie es, Gedichte in ihren Vortrag einzubinden. "Das mögen die Besucher immer gern", sagt sie. Das Gespräch, das sich zwischen ihr und den Gästen entwickelt, sei ein schöner Lohn für den ehrenamtlichen Einsatz. 

Im Juni endet ihre Ausbildung. Dann steht die Prüfung an, natürlich eine Führung durch das Kloster. Freunde und Bekannte werden teilnehmen. "Und natürlich meine Kinder", sagt Wolfstein. Sie freue sich darauf, künftig regelmäßig Gäste im Kloster zu empfangen. "Ich war schon immer gern dort", sagt Wolfstein, die seit 1967 in Mariensee lebt. Das Kloster ist für mich ein Ort der Ruhe, der Geborgenheit und des Friedens." Und als eben solchen Ort wolle sie es auch Besuchern präsentieren.

Info: Führungen im Kloster Mariensee, Höltystraße 1, werden ab sofort sonnabends und sonntags jeweils ab 15 und 16.30 Uhr angeboten. Weitere Termine können unter Telefon (05034) 879990 vereinbart werden. Die Teilnahme am Rundgang durch Kloster und Garten kostet 5 Euro. Bis zum 8. Oktober können sich Besucher Führungen anschließen, dann endet die Saison.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6w9rcmgicrdo97hpebu
Elektromobilität in Neustadt

Fotostrecke Neustadt: Elektromobilität in Neustadt