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Schulhaus wird aus Dornröschenschlaf geweckt

Neustadt Schulhaus wird aus Dornröschenschlaf geweckt

Die Geschichte des Schulgebäudes in Basse klingt wie ein Märchen. Unbeachtet von vielen Bewohnern des Ortes stand es versteckt hinter einer grünen Wand aus Bäumen. Nun, nach 20 Jahren, wird die alte Schule zur neuen Heimat für einen Neustädter, der die Immobilie erworben hat.

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Das Schulgebäude wird 1957 fertiggestellt. Dorfbewohner halfen, den Schulgarten zu gestalten.

Quelle: privat

Basse. "Ich habe mich sofort in das alte Schulhaus verguckt", sagt der neue Besitzer Benjamin Suhr. Er will das Gebäude zum Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung umbauen und selbst bewohnen. Bis zum Einzug ist es noch ein langer Weg. Immerhin ist das Haus seit 20 Jahren ungenutzt.

Den Vorbesitzern, dem Ehepaar Stoepper, ist es zu verdanken, dass das Gebäude eine Zukunft hat. 2016 hatten es die Stoeppers vom Nachlassverwalter des verstorbenen Fotografen Heinz-Oskar Hentschel erworben. "Es lag uns sehr am Herzen, dass es erhalten bleibt", sagt Herbert Stoepper. Und das hat einen guten Grund: Er und seine Frau Monika unterrichteten einst in der Schule. Als junges Lehrerpaar bezogen sie 1965 das Wohnhaus auf dem Gelände, leben dort bis heute. Bereits vor der Aufgabe des Schulstandortes kauften die Stoeppers 1974 das Lehrerhaus, erwarben 1995 den Pausentrakt nebenan und bauten ihn um. "Wir freuen uns, dass es nun auch im letzten Haus der alten Schule weitergeht", sagt Monika Stoepper.

Vor dem Verkauf leisteten die Stoeppers und ihre Helfer Schwerstarbeit: 1000 Quadratmeter Grundstück wurden von Wildwuchs befreit, das Dach wurde saniert, Unrat verschwand. Immobilienkaufmann Jens Lange aus Hannover und Lydia Biester, Maklerin aus Mariensee, halfen bei der Vermittlung. Schwierig sei die Suche nach einem geeigneten Käufer zunächst gewesen, viele suchten Bauland. Aber eine alte Schule? Suhr wollte sie schließlich haben. "Er ist der Richtige", sagt Monika Stoepper und freut sich auf den neuen Nachbarn.

Bei einem Tag der offenen Tür im August hatten die Basser die letzte Möglichkeit, das alte Schulhaus vor dem Umbau zu besichtigen. Viele machten davon Gebrauch, schwelgten in Erinnerungen und nahmen Andenken aus der Einrichtung mit nach Hause.

Wechselhafte Geschichte eines Schulhauses:

Die Schule am Rischanger wurde 1957 gegründet, zwei Klassenräume boten Platz für 80 Schüler von der ersten bis zur achten Klasse. 1965 übernahm das Lehrerehepaar Stoepper die Leitung der Schule. Sie unterrichtete die Grundschüler in einem Raum, Er die Älteren nebenan. Nach vier Jahren wurden die Fünf- bis Achtklässler auf weiterführende Schulen in Neustadt verteilt. Ein Spielkreis nutzte den zweiten Klassenraum von da an. 1980 wurde der Schulstandort aufgegeben. "Für das Gebäude begann eine turbulente Zeit", sagt Herbert Stoepper. Der Spielkreis hielt sich noch eine Weile, ein Disco-Betrieb versuchte, Fuß zu fassen. Auch das Vorhaben, Asylbewerber dort unterzubringen, scheiterte. "Die Isolation tat den Männern gar nicht gut", sagt Monika Stoepper. Die Stadt gab das Gebäude auf, Jahre des Leerstands folgten. Fotograf Heinz-Oskar Hentschel erwarb das Haus in der Absicht, darin ein Fotostudio einzurichten. Er starb, bevor er seine Pläne verwirklichen konnte.

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Fotostrecke Neustadt: Schulhaus wird aus Dornröschenschlaf geweckt

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Von Susann Brosch

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