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Diskussion ums Trinkwasser schlägt Wellen

Neustadt Diskussion ums Trinkwasser schlägt Wellen

Erneut ist die Qualität des Trinkwassers im Neustädter Land Diskussionsthema. Etliche Brunnen des Wasserverbands weisen relativ hohe Nitratwerte auf. Initiativen fordern nun, die Qualität zu verbessern. Verbandsgeschäftsführer Reinhard Niemeyer ruft zur Besonnenheit auf.

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Mitglieder der UWG Neustadt informieren sich im Schneerener Wasserwerk.x

Quelle: Siri Schäfer

Neustädter Land. Im Stadtgebiet sind zwei Versorger tätig: Die Stadtwerke Neustadt beliefern die Kernstadt, Poggenhagen und Suttorf mit Wasser, das sie von den Harzwasserwerken beziehen. Die restlichen Ortschaften gehören zum Versorgungsgebiet des Wasserverbands Garbsen-Neustadt, der das Trinkwasser aus Werken bei Hagen und den Forst Esloh nahe Seelze gewinnt. Im Wasser aus einigen der Hagener Brunnen liegt der Nitratwert relativ hoch, der Verband mischt das Wasser, um unbedenkliche Qualität zu erhalten. Seit mehr als 20 Jahren arbeiten Verband und Landwirte im Wasserschutzgebiet daran, den Nitratgehalt zu senken.

Mit einer Online-Petition versuchen besorgte Neustädter aktuell, Einfluss auf die Region zu nehmen. Sie wollen erreichen, dass das deutlich nitratärmere Wasser, wie etwa das aus Schneeren, in den Neustädter Kreislauf kommt. Das dortige Werk gehört zu den Harzwasserwerken.

Die Harzwasserwerke haben aktuell beantragt, in Zukunft 3 Millionen Kubikmeter durch das Schneerener Werk entnehmen zu dürfen. Die Stadtverwaltung wollte auf Anraten der Region diesen Wert gesenkt sehen, um die wiedervernässung des nahen Toten Moores nicht zu gefährden, wie es heißt. Doch nach dem Ortsrat Schneeren hat sich am Montagabend auch der aus Eilvese dafür ausgesprochen, den Harzwasserwerken nicht das Wasser abzugraben.

Die Politiker wollen sogar 3,3 Millionen Kubikmeter genehmigen, den zuvor erlaubten Wert, den das Unternehmen aber nicht ausgeschöpft hatte. Zu dieser Einstellung sei auch die UWG gelangt, sagt deren Sprecher Willi Ostermann nach einem Besuch im Wasserwerk, ebenfalls am Montag. "Wir Neustädter brauchen die Harzwasserwerke", sagt er. Man könne nicht über das Trinkwasser frühere Fehler beim Torfabbau ausgleichen.

Reinhard Niemeyer, Geschäftsführer beim Wasserverband Garbsen-Neustadt, hat auch schon von den Initiativen gehört. Der Verband beobachte die Nitratwerte sorgfältig, sehe aber noch keine Veranlassung, weitere Quellen anzuzapfen. "Unser Wasser ist unbedenklich für jeden, vom Baby bis zum Greis", sagt er. Es sei möglich, aktuell aber nicht politisch gewollt, etwa mit den Harzwasserwerken oder anderen Lieferanten zu kooperieren, um die Wasserqualität zu verbessern. "Beschlusslage ist, dass wir unsere Werke auslasten", sagt er.

"Ich denke, dieses Thema wird uns in Zukunft noch beschäftigen", meint Christina Schlicker (SPD), Eilveser Ortsbürgermeisterin, Ratsfrau und Vertreterin der Stadt Neustadt im Wasserverband.

Fragen der Bürger zur Trinkwasserqualität beantworten Vertreter des Wasserverbands an einem Informationsabend am Mittwoch, 19. April, 18.30 Uhr, im Leinepark, Suttorfer Straße 8.

Von Kathrin Götze

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