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Silber für Dudensen

Neustadt Silber für Dudensen

Eine große Ehre für ein kleines Dorf: Dudensen hat beim Bundesentscheid des Dorfwettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" eine Silbermedaille gewonnen.

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Die Dudenser freuen sich über ihre Silbermedaille.

Quelle: Susanne Doepke

Dudensen. Was für ein Erfolg: Dudensen, mit 550 Seelen eines der kleinen Dörfer des Neustädter Landes, ist bundesweit eines der besten, ein hochdekoriertes „Dorf mit Zukunft“; ausgezeichnet mit einer Silbermedaille in der Endausscheidung von über 2400 Dörfern aus ganz Deutschland.
Gestern 13.19 Uhr kam die E-Mail aus dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Dudensen hat in den vergangenen drei Jahren einen für die gesamte Region Hannover einmaligen Erfolgsweg als „Unser Dorf hat Zukunft“ hingelegt: Erster in der Stadt (2013), erster in der Region (2014), Sieg in Niedersachsen (2015). Und dann die Teilnahme quasi an der Deutschen Meisterschaft: 33 Dörfer hatten sich qualifiziert; für zehn gab es Gold, für 17 Silber – darunter das Dorf im Mühlenfelder Land. Vrees im Emsland und Böddenstedt bei Uelzen, mit denen Dudensen noch im Landeswettbewerb den Sieg geteilt haben, bekamen Gold. „Wir freuen uns, dass die drei Teilnehmer aus Niedersachsen so weit vorn liegen“, sagt Ortsbürgermeister Günther Falldorf. Er war gestern gemeinsam mit Dieter Wulf, dem Vorsitzenden des Dorfgemeinschaftsvereins im Cabrio durchs Dorf gefahren, um die Einwohner mit dem Megafon über den Erfolg zu informieren und für ein Jubelfoto zusammenzurufen. Rund 130 Leute fanden sich zusammen – fast so viele, wie im Januar zur Siegerehrung nach Berlin fahren wollen. „Das Dorferneuerungsprogramm war die Initialzündung“, sagt Günter Blum aus den Vorstand. Das Mühlenfelder Land, zu dem auch Hagen, Borstel und Nöpke gehören, profititere enorm von dem damit verbundenen Fördergeld. Nach dem Zuschlag hätten die Dudenser sich verstärkt mit der eigenen Zukunft beschäftigt, ein Leitbild aufgestellt, überlegt, welche Projekte das Dorf voranbringen und als Träger den Dorfgemeinschaftsverein gegründet.
„Jetzt gilt es, die positive Stimmung in die Zukunft zu tragen“, sagt Wulf. Daran arbeiten er und Falldorf schon. Bei einem Termin mit der Förderbehörde wollen sie sich für eine Verlängerung des Dorferneuerungsprogramms einsetzen. Bei Vorgesprächen hätten sie positive Signale erhalten, weil „das Programm so bombig läuft“, so Falldorf. Davon profitiere dann das gesamte Mühlenfelder Land.

Das Dorf, das anderen Mut macht

von Dirk von Werder

Ein Gotteshaus ist ein Gotteshaus – und kein x-beliebiger Treffpunkt. Basta. Diesen Satz hätten vor wenigen Jahren viele Christen ohne Einschränkung unterschrieben. In Dudensen waren Verantwortliche anderer Meinung: Lieber ein Gotteshaus in Mehrfachnutzung als gar keines mehr.
Die Geschichte der Ursulakirche Dudensen ist ein Beleg für die Weitsicht und die Tatkraft der Entscheider in dem Dorf, das jetzt so hoch dekoriert wurde; das mit der Silbermedaille im Bundeswettbewerb zum Werbeträger für das Neustädter Land wird. Und das obendrein Mutmacher ist für viele andere ländliche Siedlungen, in denen Angst um die Zukunft kleinen Gemeinwesens die Stimmung drückt.
Dudensen hat keine Schule mehr, keinen Einzelhändler, aber es hat zahlreiche kleine und mittlere Betriebe, wie Tonstudio, Tischlerei, Gestüt. Und es hat einen Gemeinsinn, der seinesgleichen sucht. Der auch über die eigene Kirchturmspitze blickt. Denn die Dudenser wissen: Sie sind stark als Dorf, sie sind noch stärker im Verbund der Dörfer des Mühlenfelder Landes. Zurück zur Kirche: Die ist seit Jahren in Doppelnutzung, als Gotteshaus und Gemeindezentrum. „Das haben wir noch nirgends gesehen; vorbildlich“, urteilte ein Sprecher der Jury des Bundeswettbewerbes.
Einer ist Neustadts Bürgermeister Uwe Sternbeck: „Die gesamte Dorfgemeinschaft hat über einen langen Zeitraum mit großem Engagement an diesem Ausscheid teilgenommen und kann stolz sein. Dudensen ist ein absolutes Positivbeispiel für Dorfentwicklung im Neustädter Land.“ Im Dorf werde der Strukturwandel aktiv angegangen. Er freue sich auf die Siegerehrung im Januar in Berlin, „zu der ich die Dudenser gern begleite“.

Die Zahlen des Erfolgs

von Susanne Döpke

Dudensen ist klein, hat aber viel zu bieten. Die 544 Einwohner pflegen eine sehr gute Dorfgemeinschaft. Landwirtschaft ist anders als in manch Nachbardorf immer noch ein großer Faktor – es gibt acht Haupt- und zehn Nebenerwerbsbetriebe, die insgesamt 24 Arbeitsplätze bieten. Zusätzlich gibt es 23 (!) andere Betriebe aus Handel, Handwerk oder Dienstleistungen mit 100 Beschäftigten.
Wichtigste Bauwerke sind die herrlich restaurierte Bockwindmühle, das Backhaus daneben und die Ursulakirche. Darin steht die älteste Orgel des Kirchenkreises, ein Zuberbier-Instrument aus 1754. Der Stolz der Dudenser ist die Grüne Mitte des Dorfes – dort haben sie einen Mehrgenerationenplatz geschaffen, auf dem jung und alt sich treffen.

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