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Der Kampf in den Teichen beginnt

Neustadt Der Kampf in den Teichen beginnt

Die Grundel ist da, bedroht massiv die Artenvielfalt in hiesigen Teichen und Seen. Neustadts Angler setzen auf einen heimischen Raubfisch, der den Eindringling vernichten soll.

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Eine ausgewachsene Grundel. Der Fisch verdrängt heimische Arten.

Quelle: Patrick Pleul

Neustadt. "Wir hatten das ja befürchtet", sagt Holger Machulla, Vorsitzender des Angelvereins Neustadt. In der vergangenen Woche sei eine erste Marmorgrundel in der Leine durch Neustädter Angler nachgewiesen. Die Angler hatten sich im Zusammenspiel mit dem Landesportfischerverband bereits Ende vergangenen Jahres auf die Ankunft der Grundel in hiesigen Gewässern vorbereitet; Alarmzeichen gab es viele, immer näher rückten Meldungen anderer Vereine und Naturschützer über Nachweise der räuberischen Fische.

Die Grundel kommt aus dem Schwarzmeerraum und ist vermutlich über die Balaststofftanks der Schifffahrt eingeschleppt worden.  Grundeln verbreiten sich extrem schnell, können, sagt Machulla,  bis zu sieben mal im Jahr laichen haben dabei bis zu 1000 Eier pro Eiablage. Die Grundel wird nicht sonderlich groß (bis 25 Zentimeter), wird mit 80 Gramm auch nicht wirklich schwer. Doch sie ist aggressiv, frisst den Laich von anderen Fischen, aber auch  Muscheln, Krebse, kleine Amphibien, Libellenlarven und Fischbrut.

Machulla. "Die Grundel kann durch ihre starke Vermehrung in kurzer Zeit in ganzen Gewässerabschnitten dominant werden und andere Fischarten verdrängen oder sogar ausrotten." Im Mittelandkanal seien im vergangenen Jahr bis zu 25 Grundeln pro Quadratmeter gezählt worden. "Das lässt wenig Platz für andere Wasserbewohner", erklärt der Anglerchef. Eine große Gefahr bestehe dabei für die kleinen Zuflüsse der Leine, in der viele ohnehin bedrohten Fische und Amphibien lebten. Auch laufende Artenschutzprojekte wie die Ansiedlung von Lachs und Meerforelle oder dem Deutschen Edelkrebs würden durch die Eindringlinge gefährdet.

Der Landessportfischerverband hat mit Unterstützung auch der Neustädter Angler im vergangenen Jahr eine Verteidigungsstrategie entworfen, das auf einen natütlichen Feind der Grundel setzt - die Quappe; einen heimischen Raubfisch, der selten geworden ist. Ein Aufzuchtprogramm für Quappen läuft.

Machulla appeliert an Angler, Teichbesitzer, Naturfreunde: Sollten Grundeln im Gewässersystem Leine oder in überfluteten Teichen gefangen werden, sollte das möglichst mit Foto und genauer Lagebezeichnung dem Landessportfischerverband info@lsfv-nds.de oder dem ASV Neustadt a. Rbge gemeldet werden. Etwas positives habe auch die Grundel; sie sei ein sehr guter grätenfreier Speisefisch.

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Eine Quappe. Der Raubfisch soll die Grundel stoppen.

Quelle: Florian Möllers

Von Dirk von Werder

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