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Eltern klagen über Mängel beim Kita-Essen

Neustadt Eltern klagen über Mängel beim Kita-Essen

Es knirscht beim Thema Kita-Essen: In einigen Tagesstätten mehren sich die Beschwerden von Eltern über mangelnde Qualität und fehlende Abwechslung der Speisen. Die Stadt als Träger hat reagiert und den Lieferanten, ein Anbieter aus Wunstorf, zum Nachbessern aufgefordert.

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Unter anderem an diesen Hähnchennuggets erhitzen sich die Gemüter: Sie waren nicht durchgegart, sagen Eltern der Kita Bordenau.

Quelle: privat

Neustadt. Hähnchennuggets mit Gabelspaghetti und Tomatensoße – das klingt nach einem typischen Essen auf dem Speiseplan eines Kindergartens. Was die Jüngsten im Normalfall mögen, bleibt nun häufig auf den Tellern liegen. Kritik kommt vor allem aus der Kindertagesstätte in Bordenau, aber auch in Helstorf, in der Kita Ahnsförth und im Neustädter Kinder- und Jugendhaus gibt es Beschwerden. Diese vier Einrichtungen in städtischer Hand werden seit Beginn des Betreuungsjahres im August von einem neuen Anbieter beliefert. Die Tegeler Gruppe mit Sitz in Wunstorf hatte sich bei der jüngsten Ausschreibung durchgesetzt. Etwa 255 Kinder-Mahlzeiten verlassen nun täglich die Küche in Wunstorf in Richtung Neustadt.

Knapp zehn Kilometer weiter in Bordenau hält sich die Begeisterung darüber inzwischen in Grenzen. „In den vergangenen Wochen gab es fast nur Geflügel. Das ist keinesfalls abwechslungsreich und gesund schon gar nicht“, sagt eine Mutter. Zum Schutz ihrer Kinder will sie ihren Namen öffentlich nicht genannt wissen. Tatsächlich zeigt der Blick auf die Speisepläne vom 11. bis 29. September neben vegetarischen Gerichten ausschließlich Angebote mit Geflügelfleisch. Schwerer noch wiegen die Vorwürfe eines Vaters: Er spricht von ungenießbaren Hähnchennuggets, teils roh geliefert. Elternvertreterin Meike Büsing bestätigt: „Die Qualität des Essens lässt sehr zu wünschen übrig. Kinder und Personal berichten sogar, dass Speisen unangenehm riechen.“ Eltern fürchteten um die Gesundheit ihrer Kinder. Für die warme Verpflegung am Mittag zahlen sie 50 Euro pro Monat. Dafür können sie täglich aus zwei Menüs wählen.

Im Rathaus ist das Problem bekannt, wie Stadtsprecher Benjamin Gleue bestätigt. „Wir nehmen das sehr ernst“, sagt er. „Die Stadt hat den Anbieter aufgefordert, umgehend für die gewünschte Qualität der Essen zu sorgen.“ Gleue betont, das bei Auftragsvergabe hohe Qualitätsstandards gelten. Das Wunstorfer Unternehmen habe bei Probeessen und mit dem Preis-Leistungsverhältnis Kita-Leitungen und Fachdienst überzeugt.

Die Tegeler Gruppe sichert „sehr kurzfristig“ eine Lösung zu. Ein Mitglied der Geschäftsleitung, namentlich will der Mann unerkannt bleiben, räumt ein: „Der erste Monat war hakelig. Wir haben aber reagiert und eine Veränderung in der Küchenleitung vorgenommen. Zudem werden Regionalleiter die Touren künftig begleiten und gemeinsam mit den Kita-Leitungen das Essen begutachten.“ In der nächsten Woche soll es turnusgemäß eine Gesprächsrunde mit Vertretern aller belieferten Standorte geben.

Das Unternehmen hat Erfahrung mit der Belieferung von Kindertagesstätten, seit 2012 werden Mahlzeiten für die Jüngsten zubereitet. 1400 Portionen für Einrichtungen in Neustadt, Wunstorf und Garbsen verlassen wochentags die Großküche. Der Vertrag mit der Stadt Neustadt ist für ein Jahr unterzeichnet. „Kann der Caterer den Qualitätsstandard nicht sicherstellen, wird die Stadt außerordentlich kündigen“, wird Sprecher Gleue deutlich.

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