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Schon 100 Interessenten für neues Nahwärmenetz

Dudensen Schon 100 Interessenten für neues Nahwärmenetz

Dezentrale Energieversorgung ist ein großes Thema im Neustädter Land. Seit Donnerstagabend hat auch Dudensen eine eigene Energiegenossenschaft. Die Mitglieder wollen ein Nahwärmenetz mit Holzhackschnitzelheizung organisieren - gleichzeitig werden Glasfaserkabel für schnelles Internet verlegt.

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Aufsichtsrat und Vorstand der Energiegenossenschaft Dudensen (von links): Berndt Diekmann, Ruppert Sagrauske, Marco Niemeyer, Karl-Heinz Braun, Simon Eckardt, Oliver Neugebauer, Frank Knigge und Raimund Wetscheck.

Quelle: Susann Brosch

Dudensen. Rund 100 Haushalte stehen schon auf der Interessentenliste. Die Energiefreunde nennen sich ab sofort Genossen. Etwa 80 Personen kamen am Donnerstagabend, um die "EnergieGenossenschaft Dudensen eG" (EGD eG) zu gründen. 46 der Anwesenden unterschrieben die Beitrittserklärung, sowie die Ursatzung der Genossenschaft und kauften für 50 Euro ihren ersten Anteil.

Die Mitgliederversammlung wählte den Aufsichtsrat, der erwartungsgemäß mit den Initiatoren besetzt ist. Neben dem Vorsitzenden Ruppert Sagrauske und seinem Stellvertreter Marco Niemeyer gehören Schriftführer Karl-Heinz Braun sowie Berndt Diekmann und Simon Eckardt dazu. Dem Aufsichtsrat obliegt es, einen Vorstand für die Genossenschaft zu wählen: Oliver Neugebauer als Vorstandvorsitzender, Raimund Wetscheck und Frank Knigge gehören ihm nun an. „Vor gut fünf Jahren haben wir zusammen gesessen und über die Idee einer unabhängigen und ökologischen Wärmenergieversorgung für unser Dorf nachgedacht“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Sagrauske zu den Mitgliedern. „Und jetzt werden wir das gemeinsam mit euch anpacken", ergänzte der Vorstandsvorsitzende Neugebauer.

Die Genossenschafts-Mitglieder werden einmalig 2000 Euro Mitgliedsbeitrag und 2000 Euro als Kapitalrücklage entrichten. Dazu kommen noch regelmäßige Kosten, nämlich  eine Grundgebühr von etwa 100 Euro im Jahr und der Brutto-Arbeitspreis für die Wärme, etwa 9 Cent pro Kilowattstunde. Wer noch schnelles Internet per Glasfaser in sein Haus möchte, bezahlt einmalig 400 Euro extra. Die Region Hannover fördert den Gründungsprozess der Genossenschaft mit 7500 Euro, stellt überdies füe die Betriebskosten in den ersten drei Jahren 2500 Euro zur Verfügung.

Vor der Versammlung erläuterte Martin Kopp, Geschäftsführer der Sanitär- und Heizungsfirma Lange & Typky aus Helmstedt, die Etappen des Bauvorhabens Nahwärmenetz in Dudensen. Kopp hat bereits mit der Genossenschaft BioEnergie Laderholz ein Netz in dem nordöstlichen Nachbarort aufgebaut. Die Dudenser wollen sich technisch an deren Hackschnitzel-Heizanlage orientieren, wie es hieß.

Ab September wird Kopp mit einem der Aufsichtsratsmitglieder die Haushalte besuchen, die sich für einen Anschluss an das Nahwärmenetz interessieren. Die Termine wurden während der Versammlung bereits vereinbart. Nach Auswertung, Berechnung und Ausschreibungen könnte laut Kopp ab März 2018 mit dem Bau des Nahwärmenetzes begonnen werden. Detaillierte Informationen können per E-Mail bei Simon Eckardt (eckardt.simon@gmail.com) angefordert werden.

Vorbild Laderholz: "Es läuft phantastisch"

Bei Idee und Planung haben sich die Dudenser an den Nachbarn aus Laderholz orientiert. Dort ist das Nahwärmenetz bereits mehr als ein Jahr in Betrieb und gibt keinen Grund zur Klage, wie Jürgen Langreder von der dortigen Genossenschaft versichert. "Es läuft phantastisch - technisch und auch persönlich", schwärmt der Laderholzer Landwirt. Mit dem gemeinsamen Projekt sei das Wir-Gefühl im Dorf nochmal gewachsen. In der Genossenschaft seien die Aufgaben so verteilt, dass jeder seine Stärken gut einbringen könne. Zur Pflege der Anlage habe man regelmäßige Arbeitseinsätze organisiert, auch da sei gute Stimmung.

Mit ihren guten Erfahrungen sind die Laderholzer nun auch als Berater gefragt, pflegen guten Kontakt zu den Dudensern. Langreder hat auch kürzlich bei den Initiatoren der Energiegenossenschaft Schwüblingsen berichtet. Sechs Jahre lang haben die Laderholzer geplant und vorbereitet. "Wir haben ja viele Wege neu finden müssen", sagt Langreder, "da können die anderen abkürzen."

Von Susann Brosch und Kathrin Götze

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