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Entscheidung um Schulstandort vertagt

Neustadt Entscheidung um Schulstandort vertagt

Der Rat der Stadt Neustadt will vorerst sowohl den Schulstandort Mandelsloh als auch Helstorf erhalten. Damit wird eine dringend nötige Entscheidung weiter aufgeschoben. Doch auf Dauer können beide Schulen nicht bestehen bleiben.

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Die Grundschule in Mandelsloh

Quelle: Kathrin Götze

Helstorf/Mandelsloh. Viel weiter geht die Einigkeit aber nicht. Die CDU hat den Antrag gestellt, aus der fusionierten Grundschule Mandelsloh/Helstorf wieder zwei Schulen zu machen. So weit will die SPD nicht mitgehen.

„Das wäre rechtlich gar nicht möglich“, sagt Fraktionssprecher Klaus-Peter Sommer. Es gebe aber Signale von Schulleitung und Landesschulbehörde, dass eine Grundschule mit Außenstelle noch einige Jahre weiter betrieben werden könnte. „Wir haben den Grundsatzbeschluss, dass Einzügigkeit gewährleistet sein muss - und das ist dort noch gegeben“, sagt Sommer. Er gehe nun davon aus, dass die beiden Dörfer, die in der Stadtplanung als „kooperierendes Kleinzentrum“ gelten, sich über die Rollenverteilung einig werden.

CDU-Sprecher Werner Rump sagt, er hoffe, nun könne die angespannte Lage zwischen den beiden Dörfern wieder befriedet werden. Wie es auf Dauer weitergehen soll? „Das müssen zukünftige Räte entscheiden“, sagt Rump. Begeisterung über den erneuten Aufschub will in den Dörfern nicht aufkommen. „Wir müssen sehen, was das langfristig bedeutet“, sagt Helstorfs Ortsbürgermeisterin Ute Bertram-Kühn (SPD). Beide Ortsräte hatten zuletzt den Standort für das eigene Dorf reklamiert. Mandelslohs Ortsbürgermeisterin Annegret Messerschmidt pocht darauf, dass zumindest die lang geforderten Anbauten für Hort und Kindergarten in Mandelsloh nun gemacht werden müssten - sie waren mit Blick auf die Debatte lange verschoben worden.

Die Stadtverwaltung hatte geplant, nach der Zusammenlegung eine barrierefreie Ganztagsschule einzurichten. „Allen Parteien muss klar sein: Auf Dauer werden wir die zwei Schulstandorte nicht halten können. Die Frage ist, was am Ende der Auslöser sein wird, die Lehrerflucht oder der Druck, in die Inklusionsfähigkeit zu investieren“, sagt Dezernent Maic Schillack. Die Schulbehörde werde der Stadt nicht die Entscheidung abnehmen, sagt deren Sprecherin Bianca Schöneich. „Das liegt allein beim Schulträger. Wir können nur Empfehlungen abgeben. In diesem Fall empfehlen wir, möglichst bald eine Entscheidung zu treffen.“

Dass dies nicht leichter wird, finden die Grünen: „Es ist ungünstig, dass die Entscheidung nun aufgeschoben ist“, sagt Fraktionssprecher Dominic Herbst. Die Grünen seien in der Diskussion noch nicht zu einem Ergebnis gekommen. „Wir warten die Argumente im Schulausschuss ab.“

Kommentar: Nachsitzen hilft nicht

Dieser Aufschub nützt niemandem. Kein Ortsrat wird freiwillig verzichten. Eine solche Entscheidung muss der Rat treffen – und der Rat, namentlich die SPD-Fraktion, drückt sich wieder darum herum. Argumente weichen Beschuldigungen, die Stimmung zwischen den Dörfern ist nachhaltig vergiftet, nachdem der Rat die Entscheidung im vergangenen Jahr aussitzen wollte. Jetzt erneut so zu tun, als seien beide Ortsräte störrische Schulkinder, die nur lange genug nachsitzen müssen und sich dann schon einigen werden, ist schlichtweg verantwortungslos. Auch, wenn eine Wahl bevorsteht.

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