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Keine Angst vor Schuppenträgern

Neustadt Keine Angst vor Schuppenträgern

Neustadt hat in Josef Bruns einen neuen Experten für Reptilien und Amphibien. In seinem "schuppigen Klassenzimmer" will er sein Wissen weitergeben.

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Auge in Auge mit Max, einer dreijährigen Königsphyton. Er ist der größte Bewohner im Reptilienzimmer.

Quelle: Susann Brosch

Neustadt. Seit frühster Kindheit schwärmt Josef Bruns für Schlangen oder Eidechsen. Schon mit zwölf Jahren, so erinnert er sich, hielt er sich heimlich eine Kreuzotter im Kinderzimmer. Die Leidenschaft für schuppigen Gesellen, hat der ehemalige Versicherungskaufmann seit dem nicht mehr abgelegt. Vor sechs Monaten ist aus dem Hobby offiziell seine Berufung geworden. Seine tierischen Mitbewohner unterstützen ihn beim Biologieunterricht an Schulen in der Region und im Schulbiologiezentrum in Hannover. Auch bei Kindergeburtstagen sind Schlange, Salamander und Co der Renner. "Ich möchte, dass die Kinder die Möglichkeit haben diese Tiere besser kennzulernen", erklärte Bruns. Nur was man kennt schützt man auch, ist sein Motto. Gern gebucht wird die Teichwasserprüfung. Bruns testet mit Schülern der achten Klasse die Qualität des Wassers und erklärt ihnen anhand von Zeigerpflanzen, wie man ohne Lackmustestpapier den ph-Wert bestimmen kann.

Die Reptilien unterstützen ihn, zusammen mit Vogelspinnendame Thekla, auch bei der Behandlung von Phobien. "Die Angst vor diesen Tieren kann so weit gehen, dass man nicht mal mehr wagt sein Haus zu betreten", erzählt der Tierfreund. In Einzelsitzungen wird der Patient behutsam an das Tier herangeführt. "Manchmal braucht es nur eine Sitzung, manchmal mehr", erkläret Bruns seine Vorgehensweise. Bis jetzt habe er schon gute Erfolge erzielt.

Natürlich braucht der Reptilienfachmann für seine Arbeit mehr als ein Tier. In der Dreizimmerwohnung (!), die er mit seiner Freundin in Neustadt bewohnt, haben die wechselwarmen Tiere ein eigenes Zimmer. Ein Terrarium reiht sich an das nächste. "Hier wohnen eine Vogelspinne, 25 Reptilien und Amphibien, 50 Fauch- und 50 Waldschaben", zählte Bruns auf und deutete auf ein Terrarium mit faustgroßen Insekten. Die Naturschutzbehörde kontrolliert regelmäßig, ob sämtliche Vorschriften zur Haltung von streng geschützten Tieren eingehalten werden. Für seine Kreuzotter hat Bruns sogar eine Sondergenehmigung zur Haltung gefährlicher Tiere. "Vor der Winterruhe geht es natürlich auch zum Tierarzt, um Krankheiten und Parasiten auszuschließen", so der Reptilienfan. Aktiv arbeitet Josef Bruns außerdem beim NABU Neustadt mit. Er unterstützt Lutz Paral, den Fachleiter für Reptilien und Amphibien, bei sämtlichen fachbezogenen Projekten.

Informationen zu Josef Bruns, seine Qualifikationen und seine Angebote sind im Internet unter www.das-schuppige-klassenzimmer.de nachzulesen.

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Von Susann Brosch

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