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Lastwagenfahrer schuldig gesprochen

Neustadt Lastwagenfahrer schuldig gesprochen

Weil er einen Moment lang nicht aufpasste, ereignete sich ein folgenschwerer Unfall: Ein 51-jähriger Lastwagenfahrer, der im Juni einen 72-jährigen Fahrradfahrer an der Wunstorfer Straße mit seinem Tanklastzug überfahren hat, ist vom Amtsgericht der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen worden.

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An der Kreuzung Wunstorfer Straße/ Herzog-Erich-Allee ereignete sich der schwere Unfall im Juni 2016.

Quelle: Archiv

Neustadt. Der Richter sah es als erwiesen an, dass der Kraftfahrer sich vor dem Abbiegen nicht ausreichend mit dem Blick in die entsprechenden Spiegel vergewissert hatte, dass der Weg frei war. Der Mann habe zwar nicht gewollt, dass jemand zu Schaden kommt, es aber durch seine kurze Unaufmerksamkeit in Kauf genommen.
Der Fahrradfahrer hatte laut Zeugenaussagen neben dem Lastwagen an der Ampel auf Grün gewartet. Der Kraftfahrer nahm den anderen Verkehrsteilnehmer allerdings erst zur Kenntnis, als er ihn beim Rechtsabbiegen überrollte. „Es tut mir leid, was passiert ist. Den Fahrradfahrer habe ich wirklich nicht gesehen. Ich kann mir nicht erklären, wie das passiert ist“, so der sichtlich bewegte Angeklagte im Gerichtssaal. Dass er seit 30 Jahren unfallfrei unterwegs ist und nicht vorbestraft, berücksichtigte der Richter in der Urteilsfindung ebenso wie die Betroffenheit des Kraftfahrers über den folgenschweren Unfall. Auch dass der Angeklagte laut Gutachten mit mäßiger Geschwindigkeit unterwegs gewesen sei, spräche für den Kraftfahrer, führte der Richter aus. Nach der Verkündung des Urteils – der Mann muss eine Strafe von 4500 Euro zahlen – mahnte der Richter zur Vorsicht im Straßenverkehr. In seine Ausführungen zur Sorgfaltspflicht in Bezug auf das Autofahren bezog er auch die Zuhörer mit ein: „Wer im Straßenverkehr nicht sicher ist, sollte den Wagen lieber stehen lassen“.
Der Anwalt des Kraftfahrers hatte mit der Begründung auf Freispruch plädiert, dass der Unfallhergang im Prozess nicht eindeutig geklärt worden sei. So hatten mehrere Zeugen berichtet, einen Fahrradfahrer mit Helm gesehen zu haben – der verunfallte Radfahrer trug allerdings gar keinen.

Ämter reagieren nach dem tragischen Ereignis

Hätte der Unfall verhindert werden können? Zumindest lieferte das Geschehen vom 23. Juni 2016 Anlass für einen Behördentermin vor Ort. Wenige Wochen nach dem tragischen Ereignis trafen sich Stadt und Polizei mit der Straßenbaubehörde, um die Kreuzung zu entschärfen. Bauarbeiten folgten. Mittlerweile sind die Haltelinien erneuert – die alten weißen wurden abgefräst und durch neue leuchtend gelbe ersetzt. Die Verkehrszeichen, insbesondere das, das auf den Fahrradweg hinweist, wurden so versetzt, dass die Auto- und Lastwagenfahrer früher auf den Radweg aufmerksam werden. Die Ampeln wurden generalüberholt, sodass Signale jetzt besser zu sehen sein sollen. „Insgesamt hat die Stadt einiges unternommen, um die Kreuzung sicherer zu machen“, sagt Stadtsprecher Benjamin Gleue. Volker Kempf vom ADFC hatte beim Ortstermin kritisiert, dass eine Erneuerung der Fahrbahnmarkierungen längst überfällig sei. Die vom ADFC vorgetragene Idee, den Überweg zusätzlich rot einzufärben hat sich nicht durchgesetzt. Die damals vorgetragene Warnung von Kempf an die schwächeren Verkehrsteilnehmer gilt indes nach wie vor: „Als Fahrradfahrer denkt man besser für die Autofahrer mit.“ cl

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Von Redakteur Christina Lange

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