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Zehntonner muss an Ort und Stelle bleiben

Neustadt Zehntonner muss an Ort und Stelle bleiben

Ein Findling macht Probleme - nachdem Bauer Torsten Klingemann ihn beim Pflügen auf dem Acker gefunden hat, liegt er nun im Weg und darf nicht umgesetzt werden.

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Hanna (8) und Torben (6) vermessen mit Opa Wilfried Hoffmeyer den auf dem Hagener Feld gefundenen Findling mit einem Bandmaß.

Quelle: Susanne Doepke

Hagen. Thorsten Klingemann staunte nicht schlecht, was sich da auf seinem Acker befand. Beim Pflügen riss eine Schraube an seinem Pflug ab und er wollte den Stein entfernen, den er für den Übeltäter hielt. Der Landwirt begann zu graben und - wie seine Frau Sandra schildert - das Fundstück wurde immer größer und größer. Es handelte sich um einen rund zehn Tonnen schweren Findling. Mithilfe eines Krans konnten Klingemanns den Stein vom Acker an den Wegrand bugsieren - doch auch dort ist er den landwirtschaftlichen Geräten im Weg - sie kommen knapp an dem gegenüber des Schützenhauses lagernden Brocken vorbei.

Der Fund wurde ordnungsgemäß der Region gemeldet, die den Stein jetzt als Naturdenkmal ausgewiesen hat. Es handele sich um einen Stein aus Gneis mit großen, augenförmigen Feldspäten, der während des Drenthe-Stadiums der Saale-Kaltzeit nach Hagen gelangt ist, heißt es in einer Mitteilung der Behörde. Das Problem: Der Zehntonner darf nun nicht mehr vom Fleck bewegt werden, es liege "keine Beeinträchtigung" für Ackereigentümer Klingemann vor.

Sandra Klingemann sieht das anders. "Landwirtschaftliche Geräte werden immer größer, irgendwann passt es nicht mehr", gabsie zu Bedenken. Sie ärgert sich, dass die Region sie nicht zum Verfahren benachrichtigt hat - von der Ausweisung als Naturdenkmal hat sie von der Leine-Zeitung erfahren. Klingemann hat vor einiger Zeit eine Einwendung geschickt, in der sie die Umlagerung des Findlings vorschlug, doch von der Behörde nichts mehr gehört und den Zuständigen nicht erreichen können. Sie hofft nun auf späte Einigung, denn Naturdenkmale sollen laut Gesetz "im Naturraum verbleiben" - der auch noch ein paar Meter entfernt derselbe ist. Der Schützenverein, dessen Gelände gegenüber des Steins liegt, will nun prüfen, ob der Findling dort einen Platz finden könnte.

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Der auf einem Feld bei Hagen gefundene Findling ist von der Region Hannover als Naturdenkmal deklariert worden und hat einen Umfang von acht Metern und wiegt zehn Tonnen.

Quelle: Susanne Doepke
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