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Ein Flüchtling wird Dachdecker

Neustadt Ein Flüchtling wird Dachdecker

Die Ausbildung zum Dachdecker bietet George Opuku nicht nur beeindruckende Ausblicke in luftiger Höhe, für den Ghanaer bedeutet sie vielmehr auch die Chance auf eine dauerhafte Bleibeperspektive. Dienstag hat der 18-Jährige eine Lehre bei der Eilveser Firma Dammann Bedachungen begonnen.

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Arbeitsplatz mit Ausblick: George Opuku hat in Eilvese eine Lehre zum Dachdecker begonnen.

Quelle: Benjamin Gleue

Eilvese. Sicheren Schrittes bewegt sich Opuku über das Dach einer großen Scheune, schleppt Dachpfannen und verschraubt Halterungen. "Die Arbeit macht mir Spaß, ich möchte mehr lernen", sagt er.

Ganz neu ist die Tätigkeit für ihn indes nicht: In den vergangenen vier Wochen hatte Opuku bereits ein Praktikum im Eilveser Unternehmen absolviert und dabei sowohl die Gesellen als auch die Geschäftsführung überzeugt. "George hat erkannt, was die deutschen Handwerkertugenden sind. Damit hat er gepunktet", sagt Chefin Petra Dammann, die das Unternehmen gemeinsam mit ihrem Mann Mario Dammann führt.

Nach Absprache mit den Gesellen war sich das Team einig und bot Opuku einen Ausbildungsplatz an. "Das Handwerk leidet unter Fachkräftemangel. Wir sind aber keine Samariter. Wenn George für den Job nicht geeignet gewesen wäre, hätten wir ihn nicht eingestellt", sagt Petra Dammann.

Dass der junge Mann geeignet ist, hat er auch schon auf der Schulbank bewiesen: Nach dem Tod seiner Großmutter hatte er als 16-Jähriger seine ghanaische Heimat verlassen und kam im März 2015 über diverse Umwege nach Hannover. Dort hat er innerhalb eines Schuljahres die deutsche Sprache gelernt und seinen Hauptschulabschluss gemacht – dies war die Grundvoraussetzung für die Chance auf einen Ausbildungsplatz.

Dass er nun eine Lehrstelle gefunden hat, freut auch Anne-Katrin Keese, seine Vormundin vom Institut für transkulturelle Betreuung. "George zeichnet aus, dass er sehr strukturiert ist und sich einbringt. Durch die Lehre hat er jetzt eine gute Chance, seinen Weg in Deutschland weiter zu gehen", sagt sie mit Blick auf das noch laufende Asylverfahren.

George Opuku hat derweil bereits ein nächstes Ziel: Noch wohnt er in Hannover, perspektivisch will er aber ins Neustädter Land ziehen. Schon, weil der Weg zur Arbeit dann deutlich kürzer ist, wie er sagt.

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Firmenchef Mario Dammann (links) und Geselle Christian Karsch haben George Opuku als neuen Lehrling begrüßt.

Quelle: Benjamin Gleue

Von Benjamin Gleue

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