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„Früher war vieles gemütlicher“

Neustadt „Früher war vieles gemütlicher“

Seit 45 Jahren als Anwalt zugelassen, fast 37 Jahre davon mit Notariat - Eckhard Busch ist die graue Eminenz unter den Juristen der Region - und ein Menschenfreund.

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Eckhard Busch in seinem Büro an der Marktstraße.

Quelle: Dirk von Werder

Neustadt. „Früher war vieles gemütlicher“, sagt der 75-Jährige, der gestern im kleinen Kreis in seiner Kanzlei (Cordes, Busch und Kollegen) seine 45 Jahre im Beruf feierte. Früher, das war, als Busch, der Rheinländer, die Frohnatur, nach Neustadt kam - „1966, wie es sich jehört, mit Ford 12M, auf drei Pötten.“ Über Generationen waren die Buschs Fischer, Weinbauern, Fasshauer in Bonn, und wer, wie er, Abitur hatte, „der studierte Theologie, jehörte sich so“.

Nicht Busch, der Jura studierte, und der Liebe wegen an die Leine zog. Der Neustadt erkundete - „an der Marktstraße musste man mitm Hintern an die Wand, sonst hatte man den Spiegel vom LKW im Gesicht“ - und für zukunftsfähig befand. „Sah zwar allet bisschen verkommen aus, aber hatte wat“.

Eckard Busch ist der dienstälteste aller Kollegen im Amtsgerichtsbezirk. „So um die zehn Anwälte“ habe es 1966 in Neustadt, Wunstorf und Garbsen gegeben - heute seien es eher 70 als 60. Über den Weinanbau auf Schiefergestein kann er Vorträge halten, über die Entwicklung der Landwirtschaft in Neustadts Landen nicht minder. Hofübergabeverträge habe er viele gemacht, weil „ich ja vom Land komme, einen guten Draht zu den Leuten vom Land habe“, wie er betont. „Da kamste auf den Hof, da war das Büfett schon gerichtet, mit Knappwurst und Brühe.“ Nach dem Vertrag wurde gefeiert - der Notar aus der Stadt abgeholt und nach Hause gebracht.

„Gut, dass ich so’n Gemütsmensch bin“, sagt er. Läge in der Herkunft begründet. An den Norddeutschen schätzt er die Treue - „wenn de die erst jewonnen hast, halten se zu dir“. Und so macht er weiter: „So lange ich noch die Treppe hoch komme und erwünscht bin“.

Von Dirk von Werder

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