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Brücke soll für 30.000 Euro gesichert werden

Neustadt Brücke soll für 30.000 Euro gesichert werden

Eine bislang unerkannte Gefahr haben Neustadts Brückenkontrolleure an der kleinen Leine ausgemacht. Die Geländermauer der historischen Mühlenbrücke ist zu niedrig, muss um sechs Zentimeter erhöht werden, damit weiter Fußgänger die Brücke nutzen dürfen.

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Das Geländer der Mühlenbrücke müsse erhöht werden, meint die Stadtverwaltung. Dörthe Lettow ahnt nichts von der Gefahr.x

Quelle: Kathrin Götze

Neustadt. Hintergrund ist eine EU-Norm, umgesetzt in einer seit Dezember 2013 gültigen Richtlinie für Ingenieurbauten, die unter anderem Mindesthöhen für Brückengeländer festschreibt. Fußgänger müssen demnach von einem 1 Meter hohen Geländer vor Absturz geschützt werden, an Radwegen beträgt die Mindesthöhe sogar 1,30 Meter.

Das Mäuerchen an der Leinebrücke ist aber nur 94 Zentimeter hoch. Dass es dazu eine beträchtliche Dicke aufweist, fällt laut Stadtsprecherin Kathrin Kühling nicht ins Gewicht. Auch der Weg zum Fluss hinunter sei nur mangelhaft abgeschirmt, heißt es in einer Vorlage für die Ratspolitiker. Das Geländer dort sei stellenweise nur 80 Zentimeter hoch, es soll auf das Radwegmaß, 1,30 Meter, erhöht werden.

Die Brücke sei denkmalgeschützt, daher könne man nicht einfach die Mauer erhöhen, erläutert Kühling weiter. Daher schlage die Verwaltung vor, einen Handlauf vor die Brüstung zu setzen, um möglichst wenig in das Bauwerk einzugreifen. Radfahrer sollen mit deutlicher Markierung angehalten werden, nur in der Mitte der Brücke zu fahren. Alles in allem rechnet die Verwaltung mit 30.000 Euro Kosten: 10.000 Euro für den Handlauf auf der Brücke, 15.000 für das Geländer an der Seite, 5000 Euro für Beschilderung und Markierung. Ob schon mal jemand von der Brücke gefallen ist, konnte Kühling nicht sagen. "Wir haben die Verkehrssicherungspflicht und nehmen sie ernst", sagt sie.

Der Bund der Steuerzahler hatte im Frühjahr vor allzu enger Umsetzung der Brückennorm gewarnt, nachdem das Geländer der Leinebrücke bei Schloß Ricklingen für 18.000 Euro auf Radweg-Höhe gebracht worden war. Regionsdezernent Ulf-Birger Franz hatte dazu gesagt, die Region gehe davon aus, dass im Regelfall der Bestandsschutz greift, wenn nicht eine akute Gefährdung vorliege.

Der Ortsrat Neustadt beschäftigt sich am Donnerstag, 5. Oktober, mit dem Vorschlag, der Umwelt- und Stadtentwicklungsausschuss ist am 24. Oktober dran.

Einst Neustadts wichtigster Verkehrsweg

Allzu weit verbreitet ist der korrekte Name der Mühlenbrücke nicht, sie läuft vielfach nur unter "Brücke über die kleine Leine". Dabei ist das Bauwerk geschichtsträchtig: Sie wurde bereits 1736 errichtet, auf dem Schlussstein am Brückenbogen das Baujahr verzeichnet. Der Neustädter Heimatforscher Hartmut Dyck schreibt dazu auf seiner Homepage ruebenberge.de: "Diese Brücke war ein wesentlicher Teil des Verkehrsweges von Hannover nach Bremen und daher für die schnellste Verbindung zwischen den Höfen in Hannover und London durch Neustadt über Bremen von erheblicher Bedeutung."

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Von Kathrin Götze

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