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Gemeinde sucht den Dialog

Neustadt Gemeinde sucht den Dialog

Rund 50 Gäste haben am Donnerstag die gemeinsame Einladung von der Seniorenunion und der Islamischen Gemeinde Neustadt angenommen: In der Mevlana-Moschee informierten sie sich über Religion und die Gemeindearbeit.

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Murat Köse (links) zeigt Jürgen und Christel Schart die Gebetsnische der Mevlana-Moschee.

Quelle: Doepke

Neustadt. „Das Interesse war riesengroß“, sagt Jürgen Schart, Vorsitzender der Seniorenunion. Murat Köse, dem Vorsitzenden der Gemeinde, ist es wichtig, dass diese sich nach außen öffnet. Damit meint er sowohl ein „wärmeres, freundlicheres Erscheinungsbild“ des Moscheegebäudes an der Wunstorfer Straße als auch eine Öffnung für Andersgläubige. „Uns ist jeder herzlich willkommen“, betont Köse. Seit einigen Jahren arbeitet er im Arbeitskreis „Kirche und Moschee“ mit.

Gemeinsam mit Davut Toklu vom Regionalverband der Islamischen Gemeinden und Birsen Kaç aus der Mädchengruppe der Moschee stellte Köse Gebete, Gemeindearbeit und Gebäude vor. Dabei bemerkte eine Besucherin: „Eigentlich haben wir recht viel gemeinsam.“ Beispielsweise werden auch in der Islamischen Gemeinde Krankenbesuche bei Älteren gemacht, mit dem DRK wird zur Blutspende eingeladen, und es gibt einen Jugendraum, in dem Billard, Tischfußball oder Playstation gespielt wird; zudem wird Nachhilfeunterricht angeboten.

Viele Fragen beschäftigten die Besucher: „Wie kommen Sie mit Fanatikern zurecht?“ „Wie steht es mit der Gleichberechtigung von Mann und Frau?“„Müssen Frauen Kopftücher tragen?“ Toklu sprach auch das Thema Terroranschläge an: „Wir möchten uns davon distanzieren“, betonte er. Andere islamische Gemeinden sähen das ebenso. Er und Köse antworteten ausführlich auf die Fragen der Senioren, die den Besuch sehr interessant fanden.

Schart kündigte sogleich eine Folgeveranstaltung für kommendes Frühjahr an. „Dann wollen wir weiter diskutieren.“

Moschee gehört der Gemeinde

Den ersten muslimischen Gebetsraum haben türkische Gastarbeiter 1982 in Neustadt gegründet. Sie trafen sich in einem Haus an der Ecke Siemensstraße/Hans-Böckler-Straße. Ab 1985 kamen die Gläubigen im Ackerbürgerhaus zu Gebeten zusammen, in dem heute der Landtagsabgeordnete Mustafa Erkan (SPD) sein Büro hat. Das endgültige Domizil fand sich 1994 an der Wunstorfer Straße 32. Die Gemeinde kaufte das dortige Gebäude dann 2006 und ist seitdem dabei, es zu sanieren und umzugestalten, damit es auch nach außen wie eine Moschee wirkt.

von Susanne Döpke

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