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Granate steckt  im Kartoffelroder fest

Neustadt Granate steckt  im Kartoffelroder fest

Einen mächtigen Schrecken erlebte der Mitarbeiter eines Poggenhagener Landwirts am Mittwochnachmittag: Beim Kartoffelroden blockierte plötzlich das Band des Roders. In der Mechanik fand der Landwirt eine Granate. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst sprengte den Blindgänger.

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Der Kampfmittelbeseitigungsdienst musste in Poggenhagen auf einem Feld eine Granate sprengen. 

Quelle: Götze

Neustadt. Am Donnerstag Vormittag rückte der Kampfmittelbeseitigungsdienst aus Hannover an, um den Blindgänger zu untersuchen. Sprengmeister Marcus Rausch entschied, das Geschoss an Ort und Stelle zu sprengen. Dafür wurde ein Radius von 300 Metern um den Fundort geräumt. Der Acker liegt gut einen Kilometer westlich vom Ort, lediglich ein Radfahrer musste seine Tour unterbrechen.

Die Fachleute gruben die Granate etwa einen Meter tief ein, legten eine Ladung plastischen Sprengstoff an die Granate und entfernten sich. Nach einem Hornsignal folgte der Knall, Rausch fuhr mit seinem Kollegen zur Sprengstelle, um zu überprüfen, ob alles nach Plan funktioniert hatte, gab anschließend Entwarnung.

Deutsche Flak-Granate

Im Anschluss berichtete Rausch, es habe sich um eine deutsche Flak-Granate gehandelt, wahrscheinlich zur Abwehr abgeschossen und nicht detoniert. Die Stahlhülse um den Sprengkörper war 10,5 Zentimeter dick und etwa 40 Zentimeter lang. Sie hätten die Granate vor dem Sprengen eingegraben, um zu vermeiden, dass Splitter weit umherfliegen.

Rausch lobte die Reaktion des Landwirts, der direkt nach dem Fund einen privaten Kampfmittelbeseitiger zu Rate zog. Dieser habe dann die zuständige Landesbehörde alarmiert. „Er hat genau das richtige getan – Sprengstoff ist in jeder Menge gefährlich", sagte Sprengmeister Rausch, „unglaublich, dass sich manche so etwas zu Hause in die Vitrine stellen."

Möglicherweise noch mehr Munition 

Die Frau des Landwirts ist froh, dass alles gut gegangen ist: „Wenn ich mir überlege, wie oft wir da mit dem Pflug dran gekratzt haben, wird mir ganz anders", sagt sie. Heimatforscher Werner Preugschat berichtet, dass in den Nähe des Fundorts noch kurz vor Kriegsende ein deutsches Flugzeug mit drei Mann Besatzung abgeschossen worden ist. Es sei möglich, dass dort noch mehr Munition liegt. Auf Luftbildern ließen sich so kleine Blindgänger allerdings nicht feststellen, sagt Rausch.

Von Kathrin Götze

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