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Becke kennt Alternative zum Südlink

Neustadt Becke kennt Alternative zum Südlink

Ein Kabel, das niemand haben will: Die Diskussionen um eine Trasse für das Windstromleitung Südlink erhitzen die Gemüter auch im Neustädter Land. Dabei ließe sich der Strom viel leichter transportieren, meint der Hagener Manfred Becke: In Form von Wasserstoff, der durch das Gasnetz geleitet wird.

Hagen. Dabei wäre der Aufwand ungleich geringer, sagt Becke, der jahrelang als Ratsherr und Ortsratsmitglied für die SPD Politik gemacht hat. Mittels Elektrolyse wird in dem so genannten Power-to-gas-Verfahren aus Strom und Wasser Wasserstoff erzeugt, der auch zu Methan umgewandelt werden kann. Beides sind hochwertige Brennstoffe, die über das Gasnetz verteilt und dann jeweils vor Ort wieder verstromt werden könnten, so Becke.

Auch in Deutschland sei dem Erdgas im Netz in den Nachkriegsjahren Wasserstoff beigemischt worden, berichtet Becke. In jüngster Zeit werde diese Technik wegen der Speicherprobleme des Stroms aus erneuerbarer Energieerzeugung interessanter. Forschungsprojekte, etwa am Fraunhofer-Institut, befassen sich mit der Thematik, doch am Markt ist sie noch nicht verbreitet. Woanders schon: "In Kanada und Belgien baut die Firma Hydrogenics bereits seit Jahren solche Anlagen", sagt Becke. Im Gespräch mit Politikern stelle er aber immer wieder fest, dass die Technik hierzulande nicht besonders bekannt sei, obwohl sie viele Probleme lösen könnte.

Als Landwirt und Grundbesitzer verwendet Becke selbst gern innovative Methoden: Er versorgt sowohl den eigenen Hof an der Hagener Straße als auch mehrere Häuser in den Baugebieten Teufelskuhle und Alte Feldmühle mit Strom und Wärme aus Blockheizkraftwerken, die mit Erdgas betrieben werden. Begonnen hat er damit schon in den neunziger Jahren.

Für einen geplanten Windpark zwischen Hagen und Mariensee ist die so genannte "Power-to-gas"-Technik im Gespräch. Becke ist daran gemeinsam mit weiteren Grundbesitzern beteiligt, die Bremer Firma NewEn soll es umsetzen. "Es hängt noch an der Abstimmung", sagt Becke, "Vielleicht können wir auch da Gas in die Transportleitung der Firma Gasunie einspeisen, die in der Nähe verläuft."

Von Kathrin Götze

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