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Helfen Fakten, der Angst zu begegnen?

Rodewald Helfen Fakten, der Angst zu begegnen?

Gibt es in Rodewald einen Zusammenhang zwischen der früheren Erdölförderung und einer vermuteten Erhöhung von Leukämieerkrankungen? Diese Frage soll eine Krebscluster-Untersuchung klären.

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Knut Hallmann (von links), Torsten Vogel, Kathrin Otte und Michael Hoopmann gehören der Krebscluster-Arbeitsgruppe an. 

Quelle: Benjamin Gleue

Rodewald. Das Thema schlägt im etwa 2750 Einwohner zählenden Ort derzeit hohe Wellen - zumal ein erneuter Ölabbau bevorsteht, der in den nächsten Jahren beginnen soll. Knut Hallmann, Bürgermeister der Samtgemeinde Steimbke, warnt vor Panikmache. „Wir müssen zu einer sachlichen Ebene der Diskussion zurückkehren und erst einmal die jetzt eingeleiteten Untersuchungen abwarten“, sagt Hallmann, der selbst seit 25 Jahren in Rodewald wohnt, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Abbaugebiet.

Der Landkreis hat eine Arbeitsgruppe gegründet, die ihrerseits eine statistische Erhebung über alle Leukämie- und Lymphom-Erkrankungen in der Samtgemeinde in Auftrag gegeben hat. Dem Epidemiologischen Krebsregister Niedersachsen (EKN) liegen Daten von 2005 bis 2013 vor, hinzu kommen die Daten des Kinderkrebsregisters. Genaue Zahlen sollen im Frühjahr 2016 bekannt gegeben werden. „Erst dann wissen wir, ob in Rodewald und Umgebung statistisch tatsächlich mehr Menschen erkrankt sind als in vergleichbaren Regionen“, sagt Torsten Vogel vom Gesundheitsamt.

Fest steht bisher nur eines: Laut eines TÜV-Berichts aus dem Jahr 1988 ist auf dem damaligen Betriebsgelände der früheren Erdölfirma BEB in Rodewald krebserregendes Benzol in die Umwelt gelangt. „Wir wissen nicht, ob das alles zusammenhängt. Wir wissen nur, dass es passiert ist, und prüfen jetzt Zusammenhänge“, sagt Kathrin Otte, ein Mitglied der Arbeitsgruppe.

Altbürgermeister ist erkrankt

Bereits 1995 haben Rodewalder Politiker den Verdacht gehegt, dass in der Umgebung ungewöhnlich viele Menschen an Krebs erkrankt seien. Das konnte vom Gesundheitsamt Nienburg nicht bestätigt werden. Auch nicht, als 2005/2006 drei Kinder an Leukämie erkrankten, zwei sogar starben. Zwei der drei Kinder wohnten mehrere Kilometer weit von der Abbaustelle entfernt. „Damals hieß es, es sei alles im Normalbereich. Diese Auskunft war für mich nicht zufriedenstellend und ist es bis heute nicht“, sagt Hans-Joachim Zilke. Der frühere Bürgermeister Rodewalds ist selbst an Krebs erkrankt.  

Von Benjamin Gleue

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