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Helfer der Tafel haben viel zu tun

Neustadt Helfer der Tafel haben viel zu tun

Sie schleppen Kisten, sortieren Obst und bereiten Bedürftigen eine Freude: Vor Weihnachten sind die Ehrenamtlichen der Tafel im Großeinsatz. Redakteurin Kathrin Götze hat mitgearbeitet.

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Das Ausgabeteam der Tafel hat vor Weihnachten besonders viel zu tun - und bereitet vielen Bedürftigen Freude. Vier Gruppen sind im wöchentlichen Wechsel eingesetzt.

Quelle: Kathrin Götze

Neustadt. Obst und Gemüse nach rechts, Brot nach links, Milchprodukte in die Mitte. Als ich um 13 Uhr zum Dienst eintreffe, haben die freiwilligen Helfer schon aufgebaut und sortiert, was die Fahrer der Nienburger Tafel angeliefert haben.

Elfriede Michel und Friedrich Flügge packen Kisten mit Waren in einen Kleinwagen. Sie fahren sie zu Kunden, die wegen Krankheit oder Behinderung nicht kommen können. „Für manche ist das der einzige Besuch der Woche - da muss man Zeit für eine Tasse Tee mitbringen“, sagt Teamleiterin Angelika Weber, die mich in den Gemeindesaal begleitet.

Mein Platz ist an der Gemüsetheke. Jeder Kunde wird vom Eisbergsalat bis zu den Kartoffeln begleitet und bedient, zwischendurch müssen matschige Tomaten oder angeschimmelte Orangen aussortiert werden. Meine erste Kundin ist eine nette ältere Dame. Zu jedem Angebot, das ich ihr mache, nickt sie erfreut und häuft im Wagen alles auf. „Lieber nur Zucchini oder Aubergine, nicht beides“, raunt mir David Motaghi zu. Der Iraner ist der Jüngste im Team, stemmt die grünen Warenkisten auch, wenn sie bis oben voll mit Mohrrüben oder Bananen sind. Und er spricht vier Sprachen, springt als Übersetzer ein. Hilfreich, angesichts der steigenden Zahl von Flüchtlingen.

„Früher waren 79 Prozent der Kunden Deutsche, heute sind es noch 35“, sagt Jürgen Kassebeer, der die Logistik in Neustadt steuert. Mehr Deutsche seien in Arbeit gekommen. Kassebeer achtet darauf, dass auch die letzten Kunden noch genug abbekommen - nur wenige werden jeweils zum Rundgang mit Einkaufswagen in den Saal gelassen. Bis zum späten Nachmittag reichen wir Waren über den Tisch, mal für eine Person, mal für sechs oder acht, tauschen Rezepte und freundliche Worte aus. 106 Leute haben wir schließlich bedient, mehr als 300 versorgt. Mit schmerzendem Rücken, aber sehr zufrieden komme ich in die Redaktion zurück.

Zulauf an allen Ausgabestellen

Auch in den Ausgabestellen der Nienburger Tafel steigt mit der Zuwanderung die Kundenzahl. An einen Aufnahmestopp wie bei anderen Tafeln denke man aber noch nicht, sagt Beate Kiehl, die den Trägerverein seit der Gründung 1998 leitet. Außer dem Stammsitz in Nienburg und der Neustädter Ausgabe beliefern die Fahrer noch Stellen in Stolzenau und Hoya – überall gebe es massiven Zulauf, sagt Kiehl. „Im Oktober haben wir 4600 Kunden versorgt, im November waren es schon 5212.“

Von Kathrin Götze

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