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Sonnenstrom für das Klärwerk

Helstorf Sonnenstrom für das Klärwerk

Die Neustädter Kläranlagen schlucken rund 40 Prozent des gesamten Strombedarfs aller städtischen Einrichtungen. Mit einer neuen Fotovoltaikanlage im Klärwerk Helstorf soll das künftig klimafreundlicher geschehen.

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Das Klärwerk Helstorf arbeitet künftig mit Solarstrom. ABN-Chef Jörg Homeier, Projektleiterin Sarah Guretzki, Klimaschutz-Managerin Yvonne Henniges und Betriebsleiter Ralf Scholz freuen sich über das Projekt.

Quelle: Kathrin Götze

Neustadt. Klimaschutz-Managerin Yvonne Henniges nennt den städtischen Abwasserbehandlungsbetrieb (ABN) liebevoll ihr „Sorgenkind“. Bereits mit dem Klimaschutz-Aktionsprogramm 2011 habe man beschlossen, den Strom, den Belüftungsanlagen, Rührwerke und Pumpen in den Klärbecken brauchen, aus erneuerbaren Quellen zu beziehen.

Als Testfall ist jetzt zunächst die kleinste Anlage der Stadt, das Klärwerk Helstorf, mit Solarmodulen ausgestattet worden: 420 Module auf sechs sogenannten Tischreihen stehen nun neben den Klärbecken, können jährlich mehr als 90.000 Kilowattstunden Strom liefern - rund 67 000 nimmt die Anlage jährlich ab, etwa ein Drittel ihres Gesamtbedarfs.

Drei Anlagen

Mit ihrer Kapazität für 10.000 Einwohner ist die Kläranlage bei Helstorf die kleinste der Stadt. Das Werk bei Mariensee/Basse ist auf 15.000 Einwohner ausgelegt, das in Empede für rund 35.000. Die Verwaltung spricht allerdings von sogenannten Einwohnerwerten als statistische Größe – auch das Abwasser von Gewerbebetrieben wird in den Anlagen geklärt. Daher liegt auch die Gesamtkapazität der Anlagen deutlich höher als die Zahl der Einwohner. Und das, obwohl das Abwasser aus Mardorf und Schneeren nach Rehburg umgeleitet wird. Sollte sich die Solarstromversorgung in Helstorf bewähren, denke man auch über eine Anlage für das größere Werk bei Empede nach, sagt ABN-Chef Jörg Homeier. In Mariensee/Basse hingegen sei das nicht mehr möglich: „Dort ist die Dachfläche bereits verpachtet – die Genossenschaft Naturenergie hat dort eine Fotovoltaikanlage“, sagt Homeier.

„Den Rest des Stroms speisen wir noch ein, aber das lohnt sich nicht wirklich“, sagt ABN-Chef Jörg Homeier, „wir arbeiten daran, die Prozesse, die besonders viel Energie verbrauchen, in die sonnenreichen Mittagsstunden zu verlegen.“ Denkbar sei das etwa bei der Andickung des Klärschlamms, der abgelagert und schließlich landwirtschaftlich verwertet wird, sagt Ralf Scholz, Betriebsleiter der Kläranlagen. Überdies beobachte man die Entwicklung der Speicheranlagen genau, sagt Homeier.

Die Investition von gut 170.000 Euro (120.000 Bau-, 50.000 Planungskosten) hätte sich nach der Kalkulation nach rund 20 Jahren gerechnet, sagt Projektleiterin Sarah Guretzki. Dass sich diese Zeit nun auf nur noch rund acht Jahre verkürzt, ist einem saftigen Zuschuss von der Region Hannover zu verdanken: Sie steuert aus einem Fördertopf für innovative Klimaschutzprojekte 100.000 Euro bei. „Wir waren als Team in Hannover, mussten uns dort vielen kritischen Fragen stellen - aber es hat sich gelohnt“, sagt Homeier. Ohnehin müsse man alle Beteiligten am Projekt loben: „Die Zusammenarbeit lief erstaunlich gut - das ist nicht immer so“, sagt er.

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