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Hexe Helene - ein Schicksal in Noten

Neustadt Hexe Helene - ein Schicksal in Noten

Ein dunkles Kapitel weltlicher und kirchlicher Geschichte wird Thema eines Musicals: „Hexenhammer“ soll im nächsten Jahr möglichst in der Meerregion Premiere feiern.

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Szene 23 (von 24) im Booklet des Musicals: Helene auf dem Scheiterhaufen, wegen Hexerei zum Tode verurteilt. Auf ihrem letzten Weg hat sie, wie viele Frauen es gemacht haben, eine Linde gepflanzt.  

Quelle: Jörg Rafael Heim

Neustadt. Norddeutschland im 17. Jahrhundert. Der Hexenhammer, das unheilvollste Buch der Hexenverfolgung im Namen der Kirche (1486), führt zu einer Hetzjagd nach vermeintlichen Hexen und Ketzern. Mittendrin im Geschehen: Helene, eine selbstbewusste Frau, die ein Kloster verlässt und ihr Lebensglück sucht. Sowie Max, der als Nachwuchs-Astronom bald kritisch von der Kirche beäugt wird.

„Es gibt ein starkes regionales Bewusstsein zum Thema“, freut sich Alpay Taskin (46). Der hannoversche Musikmanager plant die Finanzierung und Organisation, um die „Hexenhammer“-Aufführung Wirklichkeit werden zu lassen. Schließlich habe, sagt Taskin, „hier jede Siedlung willkürlich ausgewählte Opfer der Hexenverbrennung in ihrer Historie“.

Erst die Protestantin und schwedische Königin Kristina von Schweden setzte 1649 den frauenfeindlichen Grausamkeiten per Dekret ein Ende. „Die Thematik ist in der Branche noch unbesetzt“, sagt Jörg Rafael Heim, Komponist und Verfasser des Musicals. Ab Frühjahr planen Komponist Heim und Musikmanager Taskin eine „Location-Scout-Tour“ durch den Naturpark Steinhuder Meer, suchen nach Aufführungsorten und haben schon jetzt ein paar Wunschorte auf der Liste, wie Loccums Klosterkirche, die Seebühne und Poggenhagens Kulturgut. Auch Inselfestung, Schloss Landestrost und Romantik Bad Rehburg finden die Musicalmacher als Spielort hochattraktiv.

Der Komponist 

Der Mann ist äußerst vielseitig: Als Juraprofessor beschäftigt sich Jörg Rafael Heim mit Ökonomie, als Komponist schuf er bereits das „Münchhausen-Musical“. Die vergangenen neun Jahre widmete sich der 49-jährige, im Landkreis Hildesheim lebende Heim einem Werk, das noch im Mittelalter spielt, aber hochaktuelle gesellschaftliche Fragen thematisiert: dem Hexenhammer und der Verfolgung und Ermordung vermeintlicher Hexen auch in vielen norddeutschen Städten und Gemeinden. Aufklärung kontra Aberglaube und Toleranz kontra Ächtung verpackte der Komponist in eine hochemotionale Handlung des Musicals. Nach aktuellem Stand sind 24 Szenen geplant, die das Publikum rund 130 Minuten in Bann ziehen sollen.

Der Manager

Der hannoversche Musikmanager Alpay Taskin (46) plant Finanzierung und Organisation, um die „Hexenhammer“- Aufführung Wirklichkeit werden zu lassen. Geduld und Geschick hat der international tätige Taskin schon bewiesen. Im Mai 2015 hat er den Mitschnitt des letzten Konzerts von Baden Powell veröffentlicht, derzeit ist er in den USA, wo er die Folk-Rock-Band Cabruêra betreut. Das Musical „Hexenhammer“ soll in der Region am Steinhuder Meer einen Spielort finden und regionalen Künstlern Lohn und Brot bieten. Denn außer Orchestermusikern und Darstellern sind Regie, Bühnenbild und Technik sowie weitere Bereiche zu besetzen. Ein Booklet, das die Szenen zusammenfasst, sowie musikalische Einspielungen machen Lust auf die Realisierung.

Von Patricia Chadde

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