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Gendatenbank für Nutztiere in Mariensee

Neustadt Gendatenbank für Nutztiere in Mariensee

Eine neue Gendatenbank von Bund und Ländern lagert im Marienseer Institut für Nutztiergenetik, zugehörig zum Friedrich-Löffler-Institut (FLI), Erbgut von bedrohten Nutztierrassen ein.

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Das Institut für Nutztiergenetik des Friedlich Löffler Instituts hält eine Herde Holsteiner Schwarzbunter als Genreserve.

Quelle: Susanne Doepke

Mariensee. Im Kupferzimmer lagert ein Schatz - so könnte man das Heim der neuen bundesweiten Gendatenbank für bedrohte Nutztierrassen beschreiben. In dem mit Kupferplatten verkleideten Raum, in dem das Metall einst die Außenwelt vor den Strahlen des Computertomographen schützte, stehen nun große Metallbehälter, in denen Erbgut eingefroren ist. Spermien, Eizellen, Embryonen und anderes DNA-Material von Rindern, Schweinen, Pferden, Schafen, Ziegen und sogar Hühnern lagern hier bei minus 196 Grad Celsius.

"Es handelt sich um einen Kulturschatz, den es zu bewahren gilt", sagte Michael Kühne vom Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium. Die Proben sollen zur Arterhaltung beitragen, wenn zum Beispiel eine Rasse durch eine Tierseuche so sehr dezimiert worden ist, dass Erhaltungszuchtprogramme aufgesetzt werden. Außerdem dienen Sie zu Forschungszwecken. Ziel ist es, ein Archiv mit Genmaterial gefährdeter Rassen zu schaffen. Unter den bereits eingelagerten Proben befinden zum Beispiel auch die von Leine-Schafen, Bentheimer Schweinen oder den der institutseigenen Herde Holsteiner Schwarzbunter Kühe, die als Genreserve gehalten wird.

"Tierzucht war bislang Ländersache", sagt Institutsleiter Heiner Niemann. Das gemeinsame Projekt von Bund und Ländern sei ein Versuch, diese Arbeit zu zentralisieren. Clemens Neumann vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft kündigte an, dass mit unterschiedlichen Netzwerken zusammengearbeitet werden solle, unter anderem mit der europäischen Datenbank Eugena. "Es handelt sich um ein öffentliches Gut, dass nun langfristig zur Zucht zur Verfügung steht", fügte er hinzu.

In Mariensee wird seit den neunziger Jahren Rindersperma eingefroren. Die Einrichtung des jetzigen Lagers hat 2012 begonnen. Die Anlage hat rund 500.000 Euro gekostet.

Gute Nachricht für den Standort

Ein verfrühtes Ostergeschenk hat Thomas Mettenleiter, Präsident des FLI, mit nach Mariensee gebracht. "Der Bund hat die endgültige Zusage für das Bauvorhaben in Mecklenhorst gegeben", sagte er. Dahinter stehen 72 Millionen Euro, mit denen der Standort umgestaltet wird, sodass dort die bisher in Braunschweig und Celle angesiedelten Teile des FLI Platz finden. Mariensee-Mecklenhorst wird somit neben Jena und der Insel Riems bei Greifswald einer der drei verbleibenden Standorte des Instituts in Deutschland. Mettenleiter rechnet damit, dass die Bauarbeiten 2018 beginnen können.

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