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Neustadt Auf Nummer sicher

Ein Drahtverschlag, zwei Meter hoch, zerteilt in der Gemarkung Scharrel erste Wiesen. Er soll Schafe vor Wölfen schützen.

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Es ist einiges zu tun, ehe der mächtige Zaun steht. Er soll Schafe vor Attacken von Wölfen schützen.

Quelle: von Werder

Scharrel. Das Ding erscheint gewöhnungsbedürftig: Masche an Masche, straff gespannt, deutlich höher als jeder andere Herdenschutzzaun. "Da bleibt nicht nur der Wolf außen vor, auch für Rehe und anderes Wild ist hier künftig kein Durchkommen", sagt Lukas Homann. Der angehende Landwirt aus Scharrel hält Schafe, will sie vor Wölfen schützen. Und weil die neu erworbene Wiese an der Straße nach Otternhagen ohnehin eines neuen Zaunes bedurfte, ging Homann auf Nummer sicher.

Auch auf Nummer teuer: Mindestens 12000 Euro werde der Verschlag letztlich kosten, schätzt Homann. Zwei Hektar Wiese zäunt er auf diese Weise ein. Am teuersten ist das Material - rund 8000 Euro für Pfähle und Draht. Davon immerhin bekommt er 80 Prozent vom Land zurück - gegen Nachweis, dass er den Zaun ordnungsgmäß erstellt hat, dass er sich im Vorfeld frei Angebote eingeholt und das günstigste gewählt hat. "Das ist schon ein ziemlicher Aufwand für einen Zaun", sagt Homann. Doch er befürchtet, dass er - wenn Schafe gerissen werden - er ohne entsprechenden Zaun nicht entschädigt werden würde.

Gleichsam sieht er den neuen Zaun als Versuch an, den er nicht unbedingt oft wiederholen will. Zwei Hektar Weide für die Schafe auf diese Weise einzuzäunen, das sei machbar. Aber Homanns haben weit mehr Grünland - rund 30 Hektar für ihre Ammenkuhhaltung. Die entsprechend zu befestigen, das mag sich der Scharreler denn doch nicht vorstellen. "Was kostet das, was wäre das für ein Aufwand, und wie sieht anschließend die Gemarkung aus?" fragt er. Zumal die Anlage alles andere als einfach ist. Der Schutzzaun gegen Wölfe muss nicht nur in die Höhe gehen - vor allem am Erdboden ist er mit enormen Aufwand verbunden. Es gibt zwei Varianten: entweder wird der Draht 30 Zentimeter tief im Boden versenkt oder das Geflecht wird auf der Außenseite in einem Meter Breite zusätzlich auf dem Boden verlegt, So sollen Wölfe gehindert werden, den Zaun zu unterqueren. "Das alles ist längst nicht überall machbar. Am Waldrand oder in Grabennähe geht das nicht", sagt Homann.

Wölfe in Niedersachsen

Offizielle Schätzungen gehen aktuell von acht Wolfsrudeln in Niedersachsen aus - unter anderem auf den Truppenübungsplätzen Bergen und Munster im Osten des Landes. Von dort ist es nicht weit in die Region Hannover - große Wald- und Heideflächen erstrecken sich von Bergen über Celle nach Burgdorf, in die Wedemark, heran an Otternhagener oder Helstorfer Moor. Vereinzelte Risse vornehmlich von Rehen in den vergangenen Jahren zeugen davon, dass zumindest einzelne Wölfe auch immer mal wieder zu Gast hiesiger Regionen sind.

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Von Dirk von Werder

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