Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Ein Grenzgänger der Filmkultur

Neustadt Ein Grenzgänger der Filmkultur

Für seinen Job braucht Jan Caspers nicht viel: Eine Kamera, ein Laptop, etwas Knetgummi, Papier, Farbstifte. Mit diesen wenigen Hilfsmitteln kann der Neustädter eine Gruppe Kinder tagelang beschäftigen. Er dreht Animationsfilme, aktuell vor allem mit palästinensischen Jugendlichen.

Voriger Artikel
Ein Umzug nimmt Fahrt auf
Nächster Artikel
Polizei an der Moschee

Der Neustädter Jan Caspers dreht Animationsfilme mit Kindern - aktuell in Israel und den Palästinensergebieten.x

Quelle: Kathrin Götze

Neustadt. Dafür reist der 46-Jährige nach Israel, nach Gaza und ins Westjordanland. "Ich bin wohl sechs bis acht Monate eines Jahres unterwegs", sagt Caspers. Am Dienstag war er beim Filmclub Neustadt zu Gast.

Caspers geht es darum, den Kindern in den oft so armen und hoffnungslosen Verhältnissen Fertigkeiten und das nötige Selbstvertrauen zu vermitteln, um sich künstlerisch auszudrücken. Denn das Bedürfnis nach Schönem gehöre zur menschlichen Natur, meint er. "Die Menschen dort bekommen die Konflikte aufgestülpt - aber der Mensch will leben und auch etwas schaffen."

Zum Beispiel die kurzen Animationsfilme, die die Kinder unter Caspers' Anleitung drehen. Millimeter für Millimeter bewegen sie die Knet- oder Papierfiguren weiter, bis aus Hunderten von Einzelbildern eine kurze Szene entsteht. Eines der jüngeren Projekte hat Caspers mit einem Kollegen im Total Communication Centre betreut, einer Schule für Gehörlose in Al Bireh im Westjordanland.

In den dort entstandenen Filmszenen lassen die Jugendlichen sogar Shakespeare-Figuren mit Gebärdensprache kommunizieren. "Die Zukunft liegt in unseren Händen", gestikulieren die Akteure einer weiteren Szene, halten dazu Schilder hoch. Für Caspers ist das eine Schlüsselszene: "Die Zukunft liegt in den Händen den Schaffenden", sagt er. Eine Kurzdokumentation ist unter vimeo.com/166792396 im Internet zu finden.

Ein erfüllender und ungewöhnlicher Beruf, den sich der Neustädter da letztlich selbst erfunden hat. Wie man von Neustadt aus dazu kommt? "Keine Ahnung", sagt Caspers mit verschmitztem Lächeln. "Mich haben als Kind immer schon die kleinen Filmchen fasziniert, die auf einem Monitor im Schaufenster der Sparkasse liefen." Später sei er eines der ersten Mitglieder im Kellerkino-Club der KGS gewesen. Da gab es reichlich Gesprächsstoff mit Mitgliedern und Gästen des Filmclubs.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6x729ky42ac1m9bwn4b4
Eilveser stellen sich hinter ihre Schule

Fotostrecke Neustadt: Eilveser stellen sich hinter ihre Schule