Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Jedes Einzelschicksal mahnt

Mandelsloh Jedes Einzelschicksal mahnt

Die Konfirmanden aus Mandelsloh haben für den Gottesdienst am Volkstrauertag die Schicksale derjenigen recherchiert, deren Namen auf dem Kriegerdenkmal neben der St.-Osdag-Kirche verzeichnet sind.

Voriger Artikel
Die hohe Kunst der Ehrenmüller
Nächster Artikel
Kiju Grinderwald: Neuer Verein macht von sich reden

Jannis (14) trägt in Mandelsloh etwas über Otto Elmhorst vor, der sein Leben im Zweiten Weltkrieg verloren hat.

Quelle: Susanne Döpke

Neustadt. Sie alle sind im Krieg getötet worden; allzu oft in jungen Jahren. Das Projekt aus dem Konfirmandenunterricht hatte vor den Sommerferien begonnen. Hilfestellung gab es von Annegret Messerschmidt. Die Mandelsloherin gab Tipps, wen die Jugendlichen befragen und wo sie Informationen finden konnten. „Wir wollten, dass die Namen auf dem Denkmal Gestalt bekommen“, sagt Messerschmidt.

Auch einer der Namen von Messerschmidts Vorfahren ist in Stein gemeißelt. Friedrich Karl Rieckenberg ließ sein Leben 22-jährig 1941 in Russland. Die Konfirmandinnen Noel und Alexandra trugen etwas aus seinem kurzen Lebenslauf vor, zeigten ein Bild des jungen Offiziers. So viel ist längst nicht über jeden der rund 80 verzeichneten Namen bekannt: Bei manchem gibt es keine Informationen mehr, für andere, wie Gerhard Bartling aus Brase, reicht ein kleiner Zettel. Der Grenadier starb im Alter von 17 Jahren. Er ist auf der Kriegsgräberstätte im rumänischen Iasi begraben.

Außerdem erinnerten die jungen Leute daran, dass am Volkstrauertag nicht nur der Kriegstoten beider Seiten gedacht wird, sondern der Opfer von jeglicher Gewalt. Dazu zählen auch die Terroropfer der jüngsten Anschläge in Frankreich sowie diejenigen, die wegen ihrer Überzeugung, Religion oder Herkunft verfolgt worden sind. Gleichzeitig verurteilten die Jugendlichen Gewalt gegen Flüchtlinge.

Und plötzlich liefert die Feldpost nicht mehr?...

Die Geschichte Hermann Heinrich Heinemanns ähnelt der so vieler anderer junger Männer, die im Krieg ums Leben gekommen sind. Der Amedorfer wurde 1922 auf dem Hof der Eltern geboren. Es war die Hofstelle 5, heute Amedorfer Straße 12a. Hermann machte seinen Schulabschluss, wollte den Hof übernehmen. 1941 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen, 1942 in Dessau eingekleidet, dann ging es Richtung Osten. Anfang 1943 erkrankte er an Fleckenfieber, dem er Anfang Februar 1943 in einem Lazarett erlag. Die Mitteilung, dass Hermann gestorben war, kam erst sechs Jahre nach seinem Tod bei der Familie an. Seine Angehörigen mögen geahnt haben, dass ihm etwas passiert ist – bis zu seiner Erkrankung schrieb er ihnen täglich Feldpostbriefe. Seine Geschichte hat Anna Stünkel (13) für die Gedenkfeier am Volkstrauertag recherchiert – Hermann war ihr Großonkel.

Von Susanne Döpke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6wsp1dg96x01kkidqe3
Kinder basteln Nistkästen im Kloster

Fotostrecke Neustadt: Kinder basteln Nistkästen im Kloster