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Ärzte-Bereitschaft wird neu geordnet

Neustadt Ärzte-Bereitschaft wird neu geordnet

Die Kassenärztliche Vereinigung (KVN) will den Bereitschaftsdienst der Ärzte neu ordnen: In Neustadt soll im Juli eine Bereitschaftspraxis für das Einzugsgebiet Neustadt, Wunstorf, Garbsen und Seelze in Betrieb gehen.

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Bernhard Specker, Bereichsleiter der Kassenärztlichen Vereinigung.

Quelle: Roman Rose

Neustadt. Diese Praxis, nahe dem Klinikum, werde dann jeweils mittwochs und freitags, von 17 bis 21 Uhr geöffnet, sonnabends, sonntags und feiertags von 10 bis 14 und 17 bis 20 Uhr, kündigt KVN-Bezirksleiter Bernhard Specker an. Von der neuen Einrichtung erhoffe man sich, dass die Fahrbereitschaft der Ärzte weniger in Anspruch genommen werde, sagt Specker. Bislang wird sie in jeder der vier Städte abends besetzt, ab Juli sollen sich dann zwei Kollegen den ganzen Bereich zwischen Neustadt und Seelze teilen, nach Mitternacht bleibt einer im Dienst.

Viele Mediziner sehen diese Neuordnung skeptisch. Als Specker das Modell am Donnerstag in der Ratssitzung vorstellte, berichtete der Schneerener Hausarzt und Grünen-Ratsherr Godehard Kass von langen Nächten hinter dem Steuer. "Schon zwischen Stöckendrebber und Bordenau ist man lange genug unterwegs - wie soll das klappen, da bis Seelze zu fahren?", fragte er. Auch FDP-Mann Thomas Iseke gab sich wenig begeistert: "Wir befürchten, dass darunter auch die Qualität der Versorgung leidet."

Specker sieht das nicht so. "Erfahrungen aus anderen Regionen sehen anders aus", sagt er. Im ganzen Landkreis Celle beispielsweise kämen nach 23 Uhr vielleicht noch drei Anrufe. Er geht davon aus, dass die Bereitschaftspraxis alle 205 Ärzte entlaste, die in den vier Städten zum Bereitschaftsdienst herangezogen werden. "Wir suchen ja nach Wegen, den Ärztemangel insbesondere im Neustädter Land zu bekämpfen", erläutert er. Weniger Belastung mit Bereitschaftsdiensten wäre ein Pluspunkt, meint Specker.

Die KVN hat kürzlich vermeldet, dass drei neue Hausärzte eine Zulassung fürs Neustädter Land bekommen haben. Dass noch viel Luft nach oben ist, zeigt ein Vergleich zur Nachbarstadt Wunstorf: Dort praktizieren 33 Hausärzte, in Neustadt werden es ab dem Sommer wieder 24 sein.

Von Kathrin Götze

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