Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Klinikpersonal schickt Ballons gen Berlin

Neustadt Klinikpersonal schickt Ballons gen Berlin

Sie konnten nicht alle nach Berlin fahren, wo gegen Regierungspläne für eine Krankenhausstrukturreform demonstriert wurde. Mit einer Luftballonaktion beteiligten sich gestern gut 80 Mitarbeiter des Klinikums von fern an den Protesten.

Voriger Artikel
Wo Wolfsjagd Ehrensache war
Nächster Artikel
Strom tanken wird nun abgerechnet

Gleich fliegen sie los: An den grünen Ballons hängen Postkarten, die an den Deutschen Bundestag adressiert sind.

Quelle: Kathrin Götze

Neustadt. Vom Chefarzt bis zum Pflegeschüler, von der Krankenschwester bis zum Direktor drängen sich am frühen Nachmittag auf dem Hubschrauberlandeplatz. Einige Kollegen halten grünen Ballons in dicken Bündeln, verteilen sie an die anderen. „Krankenhaus-Reform? So nicht“, steht auf den knallroten Karten, die an den Bändchen hängen. Adressiert sind die Protestnoten an den Deutschen Bundestag.

Einige Kollegen frösteln in ihren Arbeitskitteln, rasch formiert sich die Gruppe und lässt auf das Signal der Fotografen die Ballons steigen - ganz falsch ist die Richtung nicht, sie fliegen gen Nordosten. Bevor alle wieder zum Dienst in ihre Abteilungen verschwinden, richtet der kaufmännische Direktor Stefan Schröer noch das Wort an sie, dankt für die gute Beteiligung. „Man merkt, dass uns das allen auf den Nägeln brennt“, sagt er. Mehr Investitionen und Betriebskostenfinanzierung seien nötig. „Wir brauchen mehr Geld, auch für die Notaufnahmen“, fügt er hinzu. Insbesondere in der Stadt sind diese chronisch unterversorgt, doch auch die Neustädter Klinik musste sich schon beim Rettungsdienst abmelden.

In Berlin demonstrieren derweil einige Hundert Krankenhausmitarbeiter - rund 100 allein hatten die Kliniken aus der Region Hannover schicken wollen, auch Vertreter aus Neustadt waren dabei.

Reformpläne

Ein neues Krankenhausstrukturgesetz ist in Vorbereitung, der Bundestag berät Mitte Oktober. Die Regierung will demnach per Förderprogramm den Pflegenotstand bekämpfen. Der Entwurf löse die Probleme der Krankenhäuser aber nicht, schaffe sogar neue, so die Deutsche Krankenhausgesellschaft. Wichtigster Kritikpunkt ist die geplante Streichung des Versorgungszuschlags, der jährlich vom Bund aus Mitteln der Krankenkassen an die Kliniken bezahlt wird. In der Region Hannover könnte das Gesetz binnen fünf Jahren mehrere Hundert Stellen in der Pflege kosten, heißt es.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6smo9uczgeq1d1lgberr
Landesverteidigung steht im Mittelpunkt

Fotostrecke Neustadt: Landesverteidigung steht im Mittelpunkt