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Kloster zeigt Gebetbuch von 1522

Neustadt Kloster zeigt Gebetbuch von 1522

Das Gebetbuch der Äbtissin Odilie von Ahlden ist fast 500 Jahre alt. Es gehört zu den wertvollsten Dokumenten des Klosters Mariensee. Ab Ostermontag, 17. April, wird die kostbare Handschrift der Öffentlichkeit in einer Ausstellung präsentiert.

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Eine neue Ausstellung im Kloster Mariensee zeigt unter anderem ein Gebetbuch der Äbtissin Odilie von Ahlden aus dem Jahr 1522.

Quelle: Carola Faber

Mariensee. Das reich verzierte, mehrfarbige Werk mit vergoldeten Initialen umfasst 232 Seiten. „Es ist ein sehr spannendes Buch, das Odilie von Ahlden speziell für Mariensee zusammengestellt hat. Später ist es der Glaubenssprache der Reformation angepasst worden“, berichtet Professorin Henrike Lähnemann, die sich über den Zeitraum von 14 Jahren mit dem Gebetbuch auseinandergesetzt und alle Texte ins Deutsche übersetzt hat.

Der Nachname „von Ahlden“ weist darauf hin, dass die Äbtissin aus einer alteingesessenen Familie stammte, die sich nach der Burg Ahlden an der Aller nannte. Vor ihrer Wahl bekleidete sie das Amt der Kantorin – die klösterliche Liturgie lag ihr also besonders am Herzen. Abt Balduin aus dem benachbarten Männerkloster Loccum stand der Wahl am 1. Januar 1512 vor. Mit der bisherigen Kantorin Odilie von Ahlden hatte man eine Äbtissin gewählt, der das Stundengebet ein Herzensanliegen war. Bei dem Gebetbuch, das am Michaelistag im Jahre 1522 fertiggestellt wurde, handelt es sich um das bedeutendste Zeugnis ihrer Amtszeit, die zwischen 1526 und 1537 endete. Es stellt eine Sammlung liturgischer Texte in der Tradition des Zisterzienserordens dar, die von den Nonnen in Mariensee – wenige Jahre vor Einführung der Reformation – täglich gebetet und gesungen wurden.

Das mit zahlreichen blumengefüllten Initialen geschmückte Buch bildet einen wesentlichen Teil des Frauenlebens in der frühen Neuzeit ab. Es dokumentiert, wie sich die Nonnen zu einer Zeit, in der Buchdruck bereits erschwinglich gewesen wäre, die Texte in Handarbeit aneigneten und sich damit identifizierten. „Die Frauen feiern damit ihre eigene Form von Reformation. Diese hatte sich bereits im 15. Jahrhundert vollzogen und ihnen ein geistliches Selbstbewusstsein verliehen, das sie zu eigenständigen Positionen in der Diskussion darum, was Reformation sei, befähigte“, bestätigt Äbtissin Bärbel Görcke.

33. "Frauenort Niedersachsen" ist Odilie von Ahlden gewidmet
Der 33. „Frauenort Niedersachsen“ wird am Ostermontag, 17. April, um 
16 Uhr im Kloster Mariensee eröffnet und ist der Äbtissin Odilie von Ahlden gewidmet. Die Ausstellung ist eine Kooperation des Klosters Mariensee mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Neustadt am Rübenberge und der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers sowie der Klosterkammer Hannover. Bei der Eröffnung wird Mechthild Schramme-Haack vom Landesfrauenrat Niedersachsen die Initiative Frauenorte vorstellen. Es folgen Grußworte der Klosterkammer von Kammerdirektor Andreas Hesse sowie von Pastorin Hella Mahler von der Landeskirche Hannover. Den Einführungsvortrag zum Thema „Behüte und bewahre diesen Ort – ein Frauenkloster zwischen Reform und Reformation“ hält Professorin Henrike Lähnemann aus Oxford. Um 18 Uhr beginnt die österliche Vesper mit Texten aus dem Gebetbuch der Äbtissin Odilie von Ahlden.

In Kreuzgang und Abtei ist die Ausstellung „Reform@tion – Wer sich angesprochen fühlt, ist auch gemeint!“ von Künstlerin Linda Schwarz zu sehen. Diese aktualisiert das Gebetbuch der Äbtissin und zentrale Themen der Reformation in Drucken und Collagen. Ab 19.30 Uhr werden bei der Sendung „Hallo Niedersachsen“ Ausschnitte der Ausstellungseröffnung zu sehen sein. Am Ostersonntag wird ab 16.05 Uhr ein Interview mit Äbtissin Bärbel Görcke bei der Sendung NDR Info zu hören sein, das bereits im Internet abrufbar ist.

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Fotostrecke Neustadt: Kloster zeigt Gebetbuch von 1522

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Von Carola Faber

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