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Krätze-Alarm in Obdachlosenunterkunft

Poggenhagen Krätze-Alarm in Obdachlosenunterkunft

Bewohner der Obdachlosenunterkunft Moordorfer Straße schlagen Alarm: Die Krätze macht sich breit – eine parasitäre Hautkrankheit, die durch Körperkontakt übertragen wird. Die zuständigen Behörden haben offensichtlich Probleme, der Krankheit Herr zu werden.

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In der Obdachlosenunterkunft in Poggenhagen gibt es Krätze-Fälle.

Quelle: Thomas Lunitz (Archiv)

Neustadt. „Die haben hier Plakate aufgehängt, mehr eigentlich nicht“, sagt Alexander Kölzer, zurzeit Bewohner der städtischen Unterkunft. Auf den Plakaten: Verhaltensmaßregeln, vor allem sollen die Bewohner demnach „keinen Besuch empfangen“. In der Unterkunft leben laut Aussage der Stadt 30 Obdachlose. Das Problem Krätze sei bekannt, sagt Stadtsprecherin Nadine Schley. Die Krankheit sei bei Auftreten in Gemeinschaftsunterkünften meldepflichtig. Die Stadt habe daher nach ersten Hinweisen umgehend das zuständige Gesundheitsamt in der Region Hannover in Kenntnis gesetzt. Das wiederum wird auch von der Region bestätigt. „Doch wir haben wenig Möglichkeit, zu handeln“, erklärte gestern Behördensprecherin Carmen Pförtner, „wir wissen ja nicht einmal sicher, ob es sich um Krätze handelt.“ Das Problem sei: „Wir können niemanden zwingen, sich untersuchen und behandeln zu lassen.“ Und nach bisherigem Kenntnisstand seien anfänglich zwei Besucher des Heims erkrankt, die eine Behandlung ablehnten.

Milben bauen Kanäle in der Haut

Krätze, so formuliert es das Online-Lexikon Wikipedia, „ist eine weitverbreitete parasitäre Hautkrankheit des Menschen“, verursacht durch die Krätzemilbe (Sarcoptes scabiei). Die nämlich, gerade einmal 0,3 bis 0,5 Millimeter groß, bohrt sich in die Oberhaut des Menschen, betätigt sich dort im Bau kleiner Kanäle, in denen sie eifrig Eier ablegt. Für Nachwuchs und neue Kanalbauer ist folglich gesorgt. Eier und Absonderungen der Parasiten führen zu Juckreiz, Kratzwunden, Pusteln. Und weiter: „Die Inkubationszeit beträgt etwa drei bis sechs Wochen. Für befallene Patienten gilt in Deutschland nach Paragraf 34 Infektionsschutzgesetz bereits bei Verdacht ein Verbot des Aufenthalts und Arbeitens in Gemeinschaftseinrichtungen.“

Dumm nur, wenn diese Einrichtungen (wie in der Unterkunft Moordorfer Straße) schon betroffen sind, Menschen dort leben, die die Milben in sich tragen. Eine Behandlung erfolgt mittels Salbe (Insektizid), die über mehrere Tage aufgetragen werden muss. Bett- und Leibwäsche müssen gereinigt werden - mit mindestens 60 Grad.

Von Dirk von Werder

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