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Streit um Panzer-Werbefahrten

Neustadt/Luttmersen Streit um Panzer-Werbefahrten

Mit Panzerfahrten in Neustadt sorgt das Panzergrenadierbataillon 33 derzeit für Diskussionsstoff. Ab April ist der Schützenpanzer Puma in Luttmersen stationiert. Die Bundeswehr erhofft sich von den Fahrten auch einen Werbeeffekt. Kritik kommt vor allem von den Straßenbauern.

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Die Straßen im Neustädter Land sind vielfach marode. Immer wieder werden Tempobegrenzungen auf freier Strecke notwendig wie vor Jahresfrist bei Mariensee. Da könnten die neuen Schützenpanzer vom Typ Puma zum Problem werden.

Quelle: Archiv

Neustadt. „Demnächst werden wieder Kettenfahrzeuge über die schönen Straßen des Neustädter Landes rollen“, hatte Thorsten Nagelschmidt, Kommandeur des Panzergrenadierbataillons 33, beim Neujahrsempfang von Stadt und Bundeswehr verkündet. Wenn ab April der Schützenpanzer Puma in Luttmersen stationiert sei, solle mit den Fahrten auch für die Bundeswehr geworben werden.

Auf Anfrage der Leine-Zeitung relativierte Nagelschmidt diese Aussage am Montag insofern, dass ein Werbeeffekt „allenfalls ein Abfallprodukt militärischer Notwendigkeiten sei“. Die Bundeswehr sei, um Übungsplätze und Verladerampen in Bergen oder Wunstorf zu erreichen, auf Straßen angewiesen.

Das gilt auch für Straßen, die aktuell nicht wirklich in einem „schönen“ Zustand sind – die Landesstraße 193 beispielsweise, die Hauptzufahrt zur Wilhelmsteinkaserne. In Teilbereichen wie zwischen Averhoy und Basse oder den Ortsdurchfahrten in Esperke und Warmeloh gilt sie als kaum mehr reparabel. Eine Fahrt von Kettenfahrzeugen darauf sei „nicht förderlich“, sagt Martina Schober, Leiterin der Straßenmeisterei Berenbostel. Und Friedhelm Fischer, Chef des Straßenbauamts Hannover, formuliert vielsagend: „Wenn die Panzer ordnungsgemäß fahren und die Straße in Ordnung ist, haben wir kein Problem damit.“ Doch Ketten auf vorgeschädigter Fahrbahn seien geeignet, die Schäden zu vergrößern.

Kommandeur Nagelschmidt sagt im übrigen, die Fahrten würden „selbstverständlich von Polizei und Feldjägern begleitet“. Etwa „einmal im Quartal“ würden Panzer in Kolonnen durchs Stadtgebiet fahrn – „nicht mehr als früher die Leoparden“.

Wunschprogramm unter Druck

Niedersachsen hat in den vergangenen Jahren kräftig in den Ausbau seiner Landesstraßen in Neustadt investiert – etwa in neue beziehungsweise erneuerte Ortsdurchfahrten in Vesbeck, Empede oder Welze. Das wird in diesem Tempo nicht weitergehen. „Wir stellen gerade ein Mehrjahresprogramm auf“, sagt Friedhelm Fischer, Leiter des Straßenbauamts in Hannover. Ernüchternd klingt das vor allem für Anwohner und Nutzer der Ortsdurchfahrten von Esperke und Warmeloh. Nach Fertigstellung der Straße in Vesbeck 2013 hatten Landespolitiker die Hoffnung geschürt, die in Richtung Norden anschließenden Ortsdurchfahrten könnten zeitnah folgen – ab 2016 schon. Das lässt sich nicht halten. „2016 wird in Neustadt nicht viel passieren“, sagt Fischer, für den Zeitraum 2017/2018 stehe dann der Bau eines Radweges für Helstorf und Mandelsloh an; weitere Ortsdurchfahrten würden folgen; wann genau, sei noch nicht klar.

Von Dirk von Werder

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