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Aha-Erlebnis an der Wintergerste

Neustadt Aha-Erlebnis an der Wintergerste

Vor Ort, am Feld, erklärt sich vieles leichter. Bei einer Fahrradtour durch Hagens Gemarkung haben Landwirte gezeigt, was ihnen notwendig erscheint, um Nahrungsmittel zu produzieren. Fortsetzungen sind geplant.

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Jalina Jaeger und Erik Werner im Gerstenfeld. Links eine "Null-Parzelle" rechts bedarfsgerecht gedüngt.

Quelle: Brosch

Hagen. "Das gab manch Aha-Erlebnis", hat Volker Hahn festgestellt. Der Ackerbauer und Schweinemäster aus Hagen ist führender Repräsentant der Landwirte in Neustadt, ist Vize im Landvolk-Hannover. Gemeinsam mit Berufskollegen Heiner Kahle hat er Donnerstag die Premiere der Info-Fahrten mit Fahrrad gestaltet. Klar ist: es soll weitere geben, beispielsweise im Spätsommer in Otternhagen, aber auch weitere in anderen Kommunen in der Region.

Besagtes Aha-Erlebnis gab es beispielsweise an einem Gerstenfeld Hahns, das die Auszubildenden Jalina Jaeger und Erik Werner vorstellten - beide, wie der Chef betont, "nicht aus der Landwirtschaft stammend, aber mit einem tiefen Interesse am Beruf". Jaeger stammt aus Neustadts Kernstadt, Werner aus Rodewald. Die beiden Nachwuchskräfte verdeutlichten an einem Anbauversuch, wie sich Gerste in einer sogenannten "Null-Parzelle" entwickelt, ohne Pflanzenschutz und nur mit einer Güllegabe als Nährstoff. Daneben: Parzellen mit bedarfsgerechter Gabe von Schwefel und Stickstoff in Form von Mineraldüngern und eben Pflanzenschutzmaßnahmen, um Krankheiten und konkurrierende Pflanzen weitgehend auszuschließen. "Man sieht hier deutlich, wie sich auch schon eine reduzierte Stickstoffsüngung auswirkt", sagte Azubi Erik Werner.

Auch komplett neue Technik wurde vorgeführt. Lohnunternehmer Oliver Genz zeigte eine via GPS gesteuerte Drohne, die in 10 Metern Höhe Maisfelder überfliegen soll. Im Inneren befinden sich 500 Kugel mit je einer Schlupfwespenlarve. Genz erklärt: "Die Schlupfwespe ist der natürliche Feind des Maiszünslers. Dieser Falter frisst im Larvenstadium die Wurzeln der Maispflanze an, die dadurch eingeht." Die Wespe wiederum soll das verhindern. Jede der 500 Kugeln besteht, sagt Genz, aus gepresster Zellulose, die bilologisch abgebaut wird. Die Kugeln werden im Abstand von zehn Metern abgeworfen. Die Larve entwickelt sich, legt später ein Ei in der nächsten Larve des Schädlings ab. Die Wespenlarve frisst die Falterlarve von innen auf. Genz: "Wir gehen von einer Erfolgsquote von 80 Prozent aus". Und das mit einer natürlichen Schädlingsbekämpfung.

Die Sache mit den Blühstreifen

Die Idee ist gut: Blühmischungen auf ausgewählten Feldern oder Ackerrändern sollen die Artenvielfalt erhöhen. Die Landwirte erhalten Ausgleichszahlungen für entgangenen Ertrag, die Natur profitiert. Soweit die Theorie. In der Praxis hakt es, sagt Volker Hahn. Denn: Die Saatmischungen, die für Blütenpracht sorgen sollen, müssen bis 31. März ausgebracht sein, sonst gibts kein Geld. Auf rund 100 Hektar in Neustadts Landen sei entsprechend verfahren worden, sagt Hahn. Die Saat ging auf, der Frost kam - auf vielen Flächen erfroren die jungen Pflänzchen Ende April. "Mit derart unsinnigen Regelungen zerstört man den guten Ansatz", sagt Hahn. Ein späterer Aussaattermin für die Mischungen sei unverzichtbar, solle das Programm Erfolg haben.

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Heiner Kahle zeigt: so duftet humusreicher Ackerboden

Quelle: Brosch

Von Dirk von Werder und Susann Brosch

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