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Neustädter Lehrling deckt Dächer auf Malta

Neustadt Neustädter Lehrling deckt Dächer auf Malta

Nicht nur Studenten zieht es immer häufiger ins Ausland. Ein Dachdeckerbetrieb aus Neustadt-Eilvese ermöglicht seinen Lehrlingen, vergleichbare Erfahrungen in Europa zu sammeln. Ein Konzept, das immer mehr Anhänger findet. Der Fachkräftemangel ist ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung.

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Dachdeckerlehrling Tim Gödecke (19) absolviert einen Lehraufenthalt auf Malta

Quelle: privat

Eilvese. Nicht bloß Studenten zieht es zum Lernen immer häufiger vorübergehend ins Ausland.  Auch das Handwerk bietet jungen Leuten verstärkt Lehrnaufenthalte in Europa und darüber hinaus. Das Neustädter Dachdecker-Unternehmen Dammann ermöglicht seinen Auszubildenden seit fünf Jahren entsprechende Chancen.  In Kooperation mit der Handwerkskammer Hannover (HWK) entsandte das Unternehmen jetzt Lehrling Tim Gödecke für drei Wochen auf eine Baustelle in Malta. Für Geschäftsführerin Petra Dammann ist die Reise ihres Lehrlings kein Bonus, sondern eine notwendige Weiterbildung. „Das Handwerk muß angesichts des Fachkräftemangels attraktiver werden. Dazu gehört es, den jungen Leuten auch internationale Erfahrungen zu ermöglichen“, sagt Dammann. 

Der Malta-Aufenthalt ist Teil eines Förderprogramms, mit dem die Handwerkskammer Hannover Auszubildenden seit 2009 ein Äquivalent zum europäischen Erasmus-Programm an Universitäten bieten will. Zweimal im Jahr organisiert die Kammer Gruppenreisen für etwa 12 Lehrlinge nach Wien. Dazu gibt es seit diesem Jahr den Malta-Aufenthalt. Teilnehmen können Lehrlinge aller Ausbildungszweige. Mit dem Neustädter Dachdeckerlehrling reisten auch Bäcker-, Friseur- oder  Feinwerkmechaniker nach Malta. Die Lehrlinge bilden Wohngemeinschaften und arbeiten in Betrieben vor Ort.

In Gödeckes Fall bedeutete das abenteuerliche Erfahrungen. „In Malta kennt man keine Gerüste, und wenn Materialreste anfallen, werden die eben eingebaut, wo es passt“, berichtet der 19-Jährige. Beim Bau eines typisch maltesischen Flachdachs fühlte er sich den Aufgaben gut gewachsen. „Man merkt dort, wie gut die Ausbildung bei uns ist und warum das deutsche Handwerk international geschätzt wird“. Bei der Bewerbung auf einen der zwölf Plätze half Gödecke auch sein ehrenamtliches Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr in Otternhagen.  

 Grundsätzlich können Auszubildende jederzeit und auch außerhalb der Gruppenreisen Auslandserfahrung sammeln. „Die Handwerkskammer Hannover bietet jedem Lehrling auch individuelle Unterstützung“, sagt deren Mitarbeiterin Lena Specht. Seit Einführung des bundesweiten Förderprogramms des Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) „Berufsbildung ohne Grenzen“ 2009 ist die Zahl der Teilnehmer aus dem Raum Hannover von 26 auf 75 Lehrlinge im Jahr 2016 gestiegen.

Ähnlich wie bei einem Stipendium werden bei der Gruppenreise nach Malta unter anderem die Kosten für Versicherungen, Unterkunft sowie die An- und Abreise von der HWK übernommen. „Die Betriebe können über so ein Angebot einen deutlichen Anreiz für Bewerber schaffen“, so Specht. Für Petra Dammann spielt ein weiterer Aspekt eine große Rolle. „Die Auszubildenden kommen oft in jungen Jahren zu uns. So ein Aufenthalt hilft auch bei der persönlichen Entwicklung“, sagt Dammann. 

Ansprechpartnerin für Auslandsaufenthalte bei der HWK-Hannover ist Petra Specht. Sie berät Lehrlinge und Unternehmen, welche Voraussetzungen für die Teilnahme nötig sind. Erreichbar ist sie unter Telefon (0511) 545622951 oder per E-Mail an specht@hwk-hannover.de

Von Mario Moers

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