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Toter aus der Leine ist der 34-jährige Mihail T.

Leichenfund bei Neustadt Toter aus der Leine ist der 34-jährige Mihail T.

Nach dem Fund einer kopflosen Leiche in der Leine bei Neustadt steht die Identität des Toten fest. Es handelt es sich um einen 34 Jahre alten Mann aus Hannover, der im Januar als vermisst gemeldet worden war. Die Polizei prüft unterdessen Zusammenhänge zum Fall des ermordeten Bernd M. aus Herrenhausen.

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Die Polizei sucht die Leine bei Neustadt nach Leichenteilen ab - das kleine Foto zeigt Mihail T.

Quelle: Elsner/Behrens/Montage

Neustadt. Der Tote ohne Kopf, den die Feuerwehr  am Mittwoch aus der Leine im Neustädter Stadtteil Bordenau gezogen hat, ist identifiziert. Nach Angaben der Polizei handelt es sich um einen 34-Jährigen aus Hannover. Er war bereits im Januar als vermisst gemeldet worden. Die Experten konnte ihn anhand eines Fingerabdruckvergleichs identifizieren. Das bedeutet aber im Umkehrschluss: Der 34-Jährige ist in der Vergangenheit bereits mit der Polizei in Kontakt geraten.

Was genau vorgefallen ist, dazu möchte sich die Polizei nicht äußern. Nach HAZ-Informationen handelt es sich bei dem Toten um Mihail T. aus Herrenhausen. Sein Bruder hatte ihn am 12. Januar bei der Polizei als vermisst gemeldet. Die Beamten hatten damals alle Krankenhäuser sowie Adressen abgefahren, an denen sich der junge Mann regelmäßig aufgehalten hat. Schließlich wandte sich seine Mutter an die Öffentlichkeit. Mihail T. galt als psychisch krank. In seiner Wohnung lagen seine Geldbörse, sein Handy, seine EC-Karte und seine Krankenversichertenkarte. Nur sein moldauischer Ausweis fehlte. Die Familie war vor 18 Jahren aus der Republik Moldau nach Deutschland gekommen.

Nach dem Fund einer Leiche in der Leine hat die Polizei den Uferbereich erneut abgesucht. Zum Einsatz kam auch eine Drohne.

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Die Mutter des 34-Jährigen bestätigte gegenüber der HAZ den Tod ihres Sohnes: „Die Polizei war heute Nachmittag bei mir“, sagt Roza T. Am Tag vor dem Verschwinden hatte sie noch mit ihrem Sohn telefoniert. Er hatte seinen Hausschlüssel verloren. Etwas Ungewöhnliches sei der Mutter am Verhalten ihres Sohnes damals aber nicht aufgefallen.

Brisant an dem Fall ist der Umstand, dass der 34-Jährige in unmittelbarer Nähe eines anderen Mordopfers gewohnt hat,  dessen zerstückelte Leiche ohne Kopf im Sommer 2015 im Mittellandkanal gefunden wurde. Die Wohnung des 70-jährigen Bernd M., dessen Fall bis heute nicht aufgeklärt ist, liegt exakt 110 Meter von der Wohnung des 34-Jährigen entfernt. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob es Zusammenhänge gibt.

Mit der Klärung der Identität des Toten sind die Ermittler der Mordkommission „Leine“ der Lösung des Falls einen großen Schritt näher gekommen. Dennoch sind viele Fragen offen: Sie kennen nicht den eigentlichen Tatort, an dem Mihail T. ermordet wurde, sie haben keine Tatwaffe und kein Motiv. 

Am Freitagvormittag suchte die Polizei die Fundstelle in Bordenau mit drei Leichenspürhunden, einer Tauchergruppe aus Braunschweig und einer Drohne ab, um das fehlende Körperteil zu finden. Doch die Hunde schlugen nicht an. Um kurz vor 12 Uhr wurde die Suche ergebnislos eingestellt. Die Ermittler hatten bereits einen Tag zuvor Fotos von den Kleidungsstücken des Toten veröffentlicht. Am Tag seines Verschwindens trug Mihail T. eine schwarze Hose, ein rotes T-Shirt, und schwarze Schuhe der Marke „Rieker“ in Größe 43.

An der Aufklärung einiger Morde und Leichenfunde arbeitet die Polizei Hannover teilweise seit Jahren und ist dennoch nicht weiter gekommen. Eine Übersicht über Hannovers ungeklärte Morde. 

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Von Jörn Kießler und Tobias Morchner

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Ein kopfloser Toter wurde in Bordenau aus der Leine gezogen.

Im Zusammenhang mit dem kopflose Toten, den die Feuerwehr am Mittwoch im Neustädter Ortsteil Bordenau aus der Leine gezogen hat, hat die Kripo jetzt eine Mordkommission (MK) eingerichtet. „Wir gehen derzeit von Fremdverschulden aus“, sagt Staatsanwältin Kathrin Söfker.

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