Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Mit Amors Hilfe fallen Sprachbarrieren

Neustadt Mit Amors Hilfe fallen Sprachbarrieren

Sein Handy klingelt alle paar Minuten: Seit Monaten ist der Hagener Adel Amor ständig als Dolmetscher gefragt. Nun hat er sogar eine syrische Familie bei der Geburt ihres ersten Kindes begleitet.

Voriger Artikel
Paten übernehmen Spielplatzpflege
Nächster Artikel
Kinder malen ihre Stadt

Adel Amor

Quelle: Kathrin Götze

Neustadt. Der hochgewachsene Deutschtunesier mit dem breiten Lächeln spricht außer seinen beiden Muttersprachen Französisch und Arabisch auch Deutsch und Englisch fließend - besonders seine Arabisch-Kenntnisse sind jetzt sehr gefragt, denn viele Flüchtlinge aus Syrien haben kaum andere Sprachkenntnisse.

„Die meisten anderen wollen Geld fürs Dolmetschen - für mich gilt einfach: Es gibt ein Problem, also muss ich helfen“, sagt Amor. Für ihn ist ehrenamtliches Engagement selbstverständlich, am liebsten würde er gar kein Aufhebens darum machen. In seinem Heimatort Hagen wirkt er vielfach mit, etwa bei der Feuerwehr und im Dorfgemeinschaftsverein. Im Liebfrauen-Kindergarten liest er den Kindern zweisprachige Bücher auf Deutsch und Arabisch vor. Seit einigen Monaten hilft Amor nun bei Stadt und Flüchtlingshilfe, wenn es an der Verständigung mit Arabisch sprechenden Flüchtlingen hapert. Viele der jungen Syrer aus dem Notquartier in der Turnhalle nennen den 49-Jährigen „amm“, (Onkel) oder gleich „baba“ (Vater).

Seit gut 20 Jahren ist Amor in Deutschland, er arbeitet bei der Üstra als Fahrkartenkontrolleur. „Auch da hat man Begegnungen mit Flüchtlingen - nicht immer einfache“, sagt er. Doch auch dann lasse sich schon vieles in Muttersprache besser klären.

Erster Sohn kommt nach der Flucht

Man sieht es dem kleinen Taha Mousa nicht an, aber er hat vor seiner Geburt viel mitgemacht: Seine Eltern, Alaa Al-Aboud und Otman Mousa sind aus dem syrischen Aleppo geflüchtet, haben sich per Schlauchboot, zu Fuß und per Anhalter bis nach Deutschland durchgeschlagen. Inzwischen haben sie eine kleine Wohnung in Poggenhagen bezogen, kärglich ausgestattet, aber ein neuer Anfang. Taha, der Name bedeutet auch Ruhe, ist Montag als erstes Flüchtlingskind im Klinikum Neustadt geboren – Dolmetscher Adel Amor half auch bei Arztbesuchen. Offenbar hat der kleine Junge die Strapazen gut weggesteckt: „Wir sind zufrieden“, sagt Kinderarzt Axel Teichmann – bald kann die Familie nach Hause.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6smo9uczgeq1d1lgberr
Landesverteidigung steht im Mittelpunkt

Fotostrecke Neustadt: Landesverteidigung steht im Mittelpunkt