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Das Holz vom Acker - ein Ding mit Zukunft?

Neustadt Das Holz vom Acker - ein Ding mit Zukunft?

In Amedorf wächst Brennholz auf dem Acker; als Langzeitfrucht, die alle vier bis fünf Jahre abgeerntet wird. Bis auf das Anlegen von Bienenstreifen rund um die Pflanzungen und zwischen die Reihen, werden die Bäume sich selbst überlassen.

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Die Pappeln, die Heinz-Jürgen Heinemann und Ernst Jordan vor vier Jahren als Stecklinge angepflanzt hatten, sind inzwischen 12 Meter hoch.

Quelle: Susann Brosch

Amedorf. Vor vier Jahren setzten Landwirt Heinz-Jürgen Heinemann und Forstmaschinenentwickler Ernst Jordan gut 25.000 Pappel-Stecklinge bei Amedorf in den Ackerboden. Inzwischen erreichen die damals 30 Zentimeter kurzen Zweige als noch recht dünne Stämme immerhin gut 12 Meter Höhe. Auf insgesamt sechs Hektar Fläche schießt der schnell wachsende Rohstoff in den Himmel - und soll im Winter erstmals abgeerntet werden.

Heinemann will damit vor allem sein Wohnhaus CO2-neutral beheizen. 1,3 Hektar der Gesamtfläche sind für den Eigenbedarf. "Ich produziere mein Heizöl selbst. So kann ich drei Wohnungen versorgen", sagte der Landwirt. Eine Holzhackschnitzel-Heizung hat er zu diesem Zweck bereits auf seinem Hof installieren lassen. "Von den den 1,3 Hektar benötige ich aber nur rund ein Drittel für eine Heizperiode. Der Rest bleit einfach noch stehen", erläutert Heinemann.

Das Ganze hat auch einen tiefer gehenden, ökologischen Sinn: "Ein Hektar Pappeln bindet bis zu drei Tonnen Kohlendioxid und liefert eine Energie vergleichbar der von 7000 Litern Heizöl", erklärt Jordan. Auf 1.500,- Euro pro Hektar werden die Pflanzkosten geschätzt, dafür wachsen pro Jahr und Hektar bis zu 200 Kubikmeter Holz. Diese ökologische Verwendung von Ackerflächen könnte auch für andere Grundbesitzer von Interesse sein, glaubt der Spezialist für Forstmaschinen. Unternehmer Jordan befasst sich seit über 20 Jahren mit der Entwicklung von Spezial-Forstmaschinen zum Ertasten von Bäumen und Hackergeräten. Holzhackschnitzel seien die umweltfreundlichste Möglichkeit zu heizen.

Im Winter werden die in Reih und Glied stehenden Bäume gefällt. Das Holz soll zwischen den Reihen liegen bleiben und auf natürlichem Wege trocknen. Nach rund sechs Monaten haben die gefällten Bäume noch eine Restfeuchte von 20 bis 25 Prozent. Ideale Werte für Brennholz. "Dadurch werden Lager- und Trocknungskosten eingespart", erklärte Heinemann. Die Baumstümpfe schlagen im Frühjahr wieder aus und werden im vierten oder fünften Jahr erneut gefällt. Für die Bewirtschaftung der Pappelflächen will Jordan ein neues Kettenfahrzeug entwickeln. "Eine eierlegende Wollmilchsau", so der Tüftler. An die Maschine sollen sich verschiedene Anbauten anbringen lassen. Zum Fällen der Bäume, zur Hackschnitzel-Herstellung und zum Setzen der Stecklinge.

Heinemann und Jordan wollen ihren gemeinsamen Betriebszweig ausdehnen. "Wir sind deutschlandweit auf der Suche nach Ackerflächen für Baumpflanzungen. Zur Pacht oder zum Kauf", sagte Jordan.

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Von Susann Brosch

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