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Neustadt Eine Heimat für die Echsen

Gemeinsam wollen Naturschutzbund Nabu und Neustadts Stadtnetze Zauneidechsen einen Schutzraum einrichten.

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Nabu Neustadt und Stadtnetze wollen Zauneidechsen eine Heimstatt anbieten

Quelle: privat

Neustadt. Nabu und Stadtnetze - ein Unternehmen der Wirtschaftsbetriebe Neustadt - haben zur Ansiedlung von Zauneidechsen eine zehnjährige Kooperation vereinbart. Demzufolge haben die Stadtnetze eine Fläche im Dreieck an der Bundesstraße 6 zwischen Nordstraße und Bahntrasse Richtung Hannover vorbereitet, auf der der Nabu in den nächsten Jahren die Voraussetzungen für die Stabilisierung eines uralten Zauneidechsenvorkommens schafft. Nabu-Projektleiter Josef Bruns ist begeistert: „Das kommt nicht alle Tage vor, dass wir für die Belange gefährdeter Tierarten einen Partner finden, der uns in unserer Arbeit so unterstützt, wie wir es jetzt mit den Stadtnetzen erleben."

Hintergrund für die Kooperation ist eine vorgezogene Ausgleichsmaßnahme im Zusammenhang mit der Neuverlegung einer Wasserleitung von den Stadtnetzen Neustadt. Durch die Bauarbeiten wurde der Boden stark verdichtet. Der so beeinträchtigte Lebensraum stand den Zauneidechsen weder für die Eiablage noch als Überwinterungsquartier zur Verfügung. Auf der neuen Fläche sollen Eidechsen die Bedingungen vorfinden, die sie zur Ansiedlung benötigen. Deshalb errichtet der Nabu einen Maschendrahtzaun um das Gelände, damit es sich bei entsprechender Pflege entwickeln kann. Um die Ausgleichsfläche überhaupt nutzen zu können, haben die Stadtnetze auf der 300 Quadratmeter großen Fläche 50 Zentimeter Boden abgetragen und mit 150 Kubikmetern Sand aufgefüllt. Klingt einfach, hat aber viel Zeit und Geld gekostet weiß Georg Kupka, bei den Stadtnetzen für Bauvorhaben verantwortlich: „Zunächst mussten wir auf dem Areal das Gehölz entfernen, um den Boden überhaupt ausheben zu können. Der Bodenaushub brachte dann viel Müll zutage, der von einem externen Gutachter zu bewerten war." Stadtnetze und Nabu appellieren gemeinsam an Neustädter, ihren Müll nicht in der Landschaft zu entsorgen. „Den Zaun brauchen wir auch“, erläutert Bruns, „um zu vermeiden, dass Spaziergänger und Hunde die Fläche betreten oder Kleintiere wie Igel und Marder auf Eidechsenjagd gehen.“ Langfristig ist eine Bepflanzung mit Insekten anlockenden Blumen und Freiflächen für die Eiablage vorgesehen. Dafür nimmt der Nabu selbst noch einmal 2250 Euro in die Hand und freut sich auch über jede Spende.

 „Wenn es gut läuft“, deutet Bruns an, „dann könnte ich mir hier noch ganz andere Projekte vorstellen, zum Beispiel Biounterricht vor Ort, aber dazu muss sich erst einmal die Zauneidechse ansiedeln.“ Bruns ist gespannt, ob es gelingt, gleich im ersten Jahr wieder Zauneidechsen anzusiedeln. Froh sind beide Seiten darüber, dass die Fläche rechtzeitig fertig geworden ist, denn die Zauneidechsen werden ab Mitte März wieder aktiv.

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Von Dirk von Werder

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