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Netzwerk hilft Beweise sichern

Neustadt Netzwerk hilft Beweise sichern

Sie will Opfern helfen, gegen häusliche oder sexuelle Gewalt vorzugehen: Die hannoversche Rechtsmedizinerin Dr. Tanja Germerott stellt auf Einladung der Frauen-Union am Montag, 12. Oktober, das Netzwerk Pro Beweis vor.

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Tanja Germerott wird das Projekt Pro Beweis erläutern.

Quelle: Michael Wallmüller

Neustadt. Auch der Chefarzt der Frauenklinik, Dr. Hubert Sommer, wird dabei sein und über seine Erfahrungen aus der Krankenhauspraxis sprechen. Er geht davon aus, dass die Dunkelziffer sehr hoch ist. Die Frauen zögerten sehr, sich den behandelnden Personen anzuvertrauen. Die Frauen-Union Neustadt hat die Veranstaltung organisiert.

Die Vorsitzende Bettina Korff erläutert, warum ihr das Thema auch persönlich wichtig ist: „Jede vierte Frau wird mindestens einmal im Leben Opfer von häuslicher oder sexueller Gewalt.“ Die Hemmschwelle, eine Tat im unmittelbaren sozialen Umfeld zur Anzeige zu bringen, sei bei den Betroffenen besonders hoch. Entschließt sich das Opfer erst später zur Anzeige, können Beweise oft nicht mehr gesichert werden. In einem Prozess steht dann Aussage gegen Aussage.

An dieser Stelle schließt das Projekt Netzwerk Pro Beweis der Medizinischen Hochschule Hannover eine Lücke. Die Tatspuren werden beim Arzt oder im Krankenhaus kostenfrei, anonym und gerichtsfest gesichert und für einen möglichen Prozess aufbewahrt. Dafür gibt es ein standardisiertes Verfahren, das Rechtsmedizinerin Germerott in ihrem Vortrag erläutert.

Sie hat das Projekt an der Medizinischen Hochschule Hannover mitentwickelt und arbeitet seit 2012 daran. Neben der Sicherung der Beweise gehören auch Hinweise auf Beratungs- und Hilfsangebote für die Opfer in ihrer oft verzweifelten Situation zum Programm.

Die Frauen-Union lädt alle Interessierten zu dem Informationsabend am Montag, 12. Oktober, 19.30 Uhr, ein. Veranstaltungsort ist der große Konferenzraum im Klinikum an der Lindenstraße 75.

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