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Neubürger der Wirtschaftswunderjahre

Neustadt Neubürger der Wirtschaftswunderjahre

Die Siedlergemeinschaft Neustadt ist 60 Jahre alt - fast unglaublich klingt, mit was sie sich in der Gründerzeit zu beschäftigen hatte.

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Der Vorstand der Siedlergemeinschaft 2015: Heinz Mundt (von links), Jürgen Wolf, Werner Schünemann, Kurt Trapa, Dieter Feise und Udo Czernay.

Quelle: Privat

Neustadt. Es war die Zeit der Wirtschaftswunderjahre. Deutschland boomte, baute und - baute vor. Zum Wohnhaus gehörten Obst- und Gemüsegarten, Kaninchen oder Schweinestall. „Niemand sollte anderen zur Last fallen, jeder sollte sich selbst ernähren können“, schildert Werner Schünemann, seit über 30 Jahren Vorsitzender der Gemeinschaft.

Schünemann hat sein Haus an der Dyckerhoffstraße 1977 gebaut; die Häuser der meisten anderen Siedler standen längst. In den 20 Jahren zuvor waren Baugebiete am Ernst-Strobach-Platz, Über der Linde oder der Seidenberger Straße ausgewiesen worden, hatten sich Neubürger ihr Haus gebaut - ob sie aus dem Osten vertrieben oder der Wohnungsnot in Hannover ausgewichen waren.

Im Siedlerbund fanden sie zusammen. Und zwar pragmatisch: Gemeinsam, weil in der Summe billiger, kauften sie Gartengeräte und Saatgut ein, auch Düngemittel und Torf. Und erledigten auch, was jenseits des Gartenzaunes zu erledigen war: sie schnitten Straßenbäume zurück und reinigten in Gemeinschaftsarbeit Gräben, die die Baugebiete entwässerten.

Und heute? Hat die Siedlergemeinschaft noch knapp 100 Mitglieder - mit abnehmender Tendenz. „Wer heute baut, baut anders“, sagt Schünemann, „größere Häuser, kleinere Gärten.“ Da benötigt niemand Saatgut. Versicherungen, die der Verband Wohneigentum günstig anbietet, auch Rabatte bei Baustoffhändlern und Gartenbauern ziehen kaum neue Mitglieder an. „Wir haben immer noch eine soziale Verantwortung“, sagt Vorstandsmitglied Dieter Feise. Die Gemeinschaft kümmere sich um ältere, hilfsbedürftige Mitglieder, „die Witwe, der die Pflege des Gartens zu viel geworden ist.“

Grillnachmittage, Wanderungen, Skatabende runden das Angebot ab. „Wenn wir uns treffen ist gute Laune gesichert“, sagt Vorstand Schünemann.

Die Siedlergemeinschaft Neustadt

Die Siedlergemeinschaft Neustadt gehört wie vergleichbare Gruppen in Poggenhagen und Bordenau dem Verband Wohneigentum an – mit bundesweit 360.000 Mitgliedern. Jedes Mitglied erhält die Zeitschrift „Familienheim und Garten“ und kann Angebote in Rechts-, Bau- und Finanzierungsberatung in Anspruch nehmen. Die Neustädter Gruppe feiert ihr 60-jähriges Bestehen am Sonnabend, 5. Dezember, 17.30 Uhr, im Schützenhaus. Werner Schünemann, Telefon 05032-64602, und Vertreter Udo Czernay, 05032-3535, freuen sich auf Anrufe von Neustädtern, die an der Gemeinschaft interessiert sind.

von Dirk von Werder

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