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Wie kommt die Landschaft aufs Papier?

Neustadt Wie kommt die Landschaft aufs Papier?

Ein gutes Auge, eine sichere Hand und mathematisches Verständnis braucht man, um Straßen und Landschaften maßstabsgetreu auf Papier zu übertragen. Wie das ging und noch heute geht, ist Thema der neuen Ausstellung im Museum zur Stadtgeschichte in Neustadt.

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Friedel Hogrefe schaut durch ein Messtisch-Aufnahmegerät, wie es etwa zur Kartierung von Geländehöhen genutzt wird.

Quelle: Kathrin Götze

Neustadt. Auch wenn Satelliten heute scheinbar bis in jeden Garten hinein blicken können: Im Straßenbild sind die charakteristischen Theodoliten mit Dreifuß und schwenkbarem Messfernrohr nach wie vor sichere Anzeichen für bevorstehende Veränderungen. "Die Methoden sind die gleichen geblieben, nur die Technik wird modernisiert", sagt Friedel Hogrefe.

Der Neustädter hat viele Jahre als Vermessungsingenieur gearbeitet und dabei viele Entwicklungsschritte mit vollzogen. "In unserer Lehre haben sie uns noch mit Normschrift gequält: Vier Wochen lang mussten wir üben", berichtet er. Besonders unangenehm ist ihm dabei der Stadtname Visselhövede in Erinnerung geblieben: "Das war eine Prüfungsaufgabe, in dem Wort gibt es besonders viele Schikanen, was den Abstand der Buchstaben angeht."

Auch wenn die Ortsbezeichnungen inzwischen per Computer eingefügt werden: Mit Zirkel und Winkelmessgerät muss ein Vermessungsingenieur auch heute noch umgehen können. Ganz so viel Gestaltungsspielraum wie einst haben die Kartenzeichner heute nicht mehr. Nach allgemeiner Norm gehört auf Plänen der Norden nach oben. "Es gibt die Anekdote, dass etwa Friedrich der Große seine Karten immer nach Süden ausrichtete, denn dorthin zog er gegen Maria Theresia", sagt Hogrefe schmunzelnd.

Auch der Osten durfte mal nach oben, das zeigt etwa eine Karte des früheren Amts Wölpe, auf der etwa das Steinhuder Meer nach heutigen Sehgewohnheiten auf der Seite zu liegen scheint. Diesen und zahlreiche andere interessante Stücke gibt es in der Ausstellung zu sehen, etwa Pläne der Neustädter Festungsanlagen, der alten Burg in Mandelsloh und des Klosters Mariensee. Auch Messgeräte und andere Utensilien der Kartenzeichner gehören dazu.

Vermessungsingenieur spricht zur Eröffnung

Die Idee für die Sonderausstellung mit alten Neustädter Plänen und Vermessungsgeräten stammt von Friedel Hogrefe vom Museumsverein. Der heute 73-jährige Neustädter hat viele Jahre als Vermessungsingenieur gearbeitet, auch im Katasteramt der Stadt, später bei der zuständigen Landesbehörde. Zur Aussstellungseröffnung am Sonntag, 26. März, 15 Uhr, im dem Museum benachbarten Haus der Kirche zeichnet Hogrefe die Geschichte des Messwesens vom frühen Altertum bis heute nach.

Die Ausstellung mit dem Titel "Als Neustadt vermessen wurde", ist dann bis zum 15. Oktober dienstags, donnerstags und sonntags, 15 bis 17 Uhr sowie freitags, 10 bis 12 Uhr im Museum zur Stadtgeschichte zu sehen, An der Liebfrauenkirche 7. Besuchstermine können auch im Museum vereinbart werden, Telefon (05032) 94318.

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Von Kathrin Götze

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