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Fahrradwerkstatt hilft beim Ankommen

Neustadt Fahrradwerkstatt hilft beim Ankommen

Sie helfen Neuankömmlingen in der Stadt zu einem Stück Mobilität: Seit einigen Jahren sammeln Mitglieder einer Arbeitsgruppe gebrauchte Fahrräder und Kinderwagen für Flüchtlinge. Jetzt haben die Ehrenamtlichen auch eine eigene Werkstatt zur Verfügung, um die Gefährte wieder flott zu machen.

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Sie freuen sich über die neue Fahrradwerkstatt (von links): Amir Koujouie, Helmut Vocht, Rosemarie Lampe, Matthias Preetz und Akbar Haghi.x

Quelle: Kathrin Götze

Neustadt. In einer leerstehenden Garage hinter den Jugendhaus haben die Helfer um Initiator Amir Koujouie die Werkstatt eingerichtet, dank der Unterstützung der Firma Temps haben sie dafür einen kompletten Satz Werkzeuge und Geräte neu anschaffen können. Rentner Helmut Vocht betreut die Werkstatt ehrenamtlich, richtet verzogene Felgen und schmiert eingerostete Ketten. Der Iraner Azrad Suleymani geht ihm dabei zur Hand.

Die Nachfrage nach den Fahrrädern ist ungebrochen. Nachdem über die Jahre schon 200 gebrauchte Drahtesel verteilt worden sind, rufen die Helfer nun  erneut zu Spenden auf. Wer ein gebrauchtes, noch einigermaßen fahrtüchtiges Rad oder einen Kinderwagen abgeben will, kann sich bei Amir Koujouie melden, Telefon (05032) 9017648. Er sammelt die Angebote über einige Wochen, organisiert dann die Abholung.

Der Deutsch-Iraner Koujouie hatte vor Jahren von geflüchteten Landsleuten erfahren, dass ihnen vor allem die langen Wege auf dem Land das Leben erschwerten und Fahrräder ein Stück mehr Mobilität bedeuteten. Er rief zu einer Sammlung auf, die Firma Temps von Anfang an unterstützte. Die Idee hat sich inzwischen ausgewachsen, auch in den Nachbarstädten gibt es ähnliche Angebote. 

Ein Einstieg ins neue Leben

Dem Iraner Akbar Haghi hat die Fahrrad-Sammelaktion beim Einstieg ins neue Leben in Neustadt geholfen. Er begleitet die Sammlung schon seit den Anfängen vor drei Jahren, packte auch beim Abholen der Räder mit an. Damals hatte die Firma Temps dafür einen Wagen samt Fahrer zur Verfügung gestellt, den Haghi begleitete.

Während er 800-Jahr-Feier lernte der Iraner dann auch Firmenchef Ulrich Temps kennen. Man verstand sich gut, und kurz darauf begann Haghi, eigentlich ein Akademiker, in der Firma mitzuarbeiten. Er hilft in der Ausbildungswerkstatt, unterstützt auch die jungen Leute, die beim Temps im Sprint-Projekt fit für die Ausbildung gemacht werden. "Ich bin sehr froh und dankbar, dass es so gekommen ist", sagt er.

Von Kathrin Götze

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