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Der Rosenkrug: Geschichten und Gesichter

Neustadt Der Rosenkrug: Geschichten und Gesichter

Wenn ein Gebäude wie der Rosenkrug an der Nienburger Straße rund 330 Jahre auf der Dachpfanne hat, dann ist er natürlich ein perfektes Objekt für Erinnerungen, Spekulationen und jede Menge Stadt-Geschichte(n).

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Der Rosenkrug an der Nienburger Straße.

Quelle: von Werder

Neustadt. Gästeführerin Ulrike Ostermann hat sich auf Spurensuche begeben und die Historie von der Krug-Wirtschaft zum ansprechenden Ausstellungsort nachgezeichnet, in dem die Kunstsammlung Alfried Kostrewa zu sehen ist.

Zur Eröffnung der Präsentation kamen Sonntag viele Interessierte und hatten noch weitere Anekdoten und Informationen zur wechselvollen Geschichte im Gepäck.

1685 lag der Krug vor den Toren der Stadt, Reisende nutzten den Halt vor einer unheimlichen Tour durch Moor und Grinderwald Richtung Nienburg. Mehrfach kam das Gebäude unter den Hammer, drohte zu verfallen und abgerissen zu werden, war aber dann bis zum Zweiten Weltkrieg Hauswirtschaftsschule. Und dann? Der Neustädter Heinz-Günter Sala weiß zu berichten, dass mit Ende des Krieges zwei Familien mit je acht oder neun Kindern des Hauses verwiesen wurden, weil amerikanische Soldaten Unterkünfte brauchten.

Doch es wurde auch Leben geschenkt: Am 28. Oktober 1954 brachte Regina Rasch Tochter Brigitte zur Welt, die am Sonntag ihr Geburtshaus in Augenschein nahm. Und Johanna Korte, Grundschulsekretärin in Bordenau, lernte einst im Rosenkrug das Vorführen von Filmen. Im Krug hatten auch Kreisbildstelle und Heimatmuseum ihren Platz, bevor ein Bauunternehmer die Liegenschaft in den Achtzigerjahren erwarb. 1995 kaufte dann Alfried Kostrewa das historische Gebäude, das sich in desolatem Zustand befand und aufwändig saniert werden musste, um die heutige Atmosphäre ausstrahlen zu können.

Der Rosenkrug ist Sitz der Altrewa Bürgerstiftung, die der frühere Pastor und Altenheimbetreiber Alfried Kostrewa vor 13 Jahren als „unabhängige und gemeinnützige Stiftung“ gegründet hat. Seither hat die Stiftung in Neustadt soziale und kulturelle Projekte mit 70.000 Euro gefördert. Der Rosenkrug selbst ist Eigentum Kostrewas – auch eine Sammlung von rund 4500 Gemälden und Studien. Ausschnitte davon sind bis Sonntag, 20. September, täglich von 14 bis 17 Uhr zu sehen.

Von Patricia Chadde

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