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Regelwerk auf dem Prüfstand

Neustadt Regelwerk auf dem Prüfstand

Soll der Einzelhandel im Gewerbegebiet weiter unter Einschränkungen stehen, um Händler im Zentrum zu schützen? Diese Frage wird offener denn je diskutiert.

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Ziele? Klar: Die Innenstadt soll leben, Besucher, Kunden anlocken. Leerstände gibt es etliche, auch das Schild oben rechts steht in einem. Und ob sich viele Neustädter auf eine weitere Spielothek freuen, darf hinterfragt werden.

Quelle: von werder

Suttorf/Neustadt. Zurzeit sind die Ortsräte gefragt, sie sollen Stellung zum neuen Entwurf des städtischen Einzelhandelskonzeptes beziehen. Mit bisher höchst unterschiedlichen Ergebnissen: Drei Bürgervertretungen lehnen ab, drei fordern Änderungen, vier stimmen zu. Neustadt selbst hat zweimal vertagt - Ausgang offen.

Ein "Weiter so!" hilft nicht

Gibt es Waren, die man in der Innenstadt, nicht aber im Gewerbegebiet kaufen kann? Allenfalls Schmuck und Mode für den gehobeneren Bedarf sowie Bücher fallen einem ein. Die Frage hätte man auch vor 20 Jahren stellen können; die Antwort wäre nahezu identisch ausgefallen. Mit zwei Unterschieden: Elektroartikel gibt es fast nur noch im Gewerbegebiet, Haushaltswaren weder hier noch dort. Und auch das Kaufhaus im Zentrum ist gewichen. Was sagt uns das? Die Innenstadt ist ärmer geworden – trotz Schutzstatus, den Rat und Verwaltung ihr meinten eingeräumt zu haben. Ein einfaches „Weiter-so“ ist schwer zu begründen, es hilft niemandem. Zumal der Wettbewerb um Kunden sich weniger zwischen Marktstraße und Famila-Kreisel abspielt, sondern zwischen Neustadt und seinen Nachbarstädten.

Neben diverser und meist unstrittiger Vorschläge zu Handelsstrukturen in den Dörfern geht es in dem Konzept wiederum um das Nebeneinander von Innenstadt und Gewerbegebiet. Unter der Zielsetzung „Schutz der Innenstadt“ haben Rat und Verwaltung in vergangenen Jahrzehnten mal mehr mal weniger konsequent versucht, dem Handel im Gewerbegebiet Grenzen aufzulegen. Haben die Regelungen irgendetwas gebracht? „Nein“, sagt am deutlichsten der Ortsrat Suttorf. Dienstagabend hat Suttorfs Ortsbürgermeister den Entwurf einstimmig abgelehnt. Ortsbürgermeister Jochen Marten begründet: „Einzelhandel im Gewerbegebiet Ost wird als wichtige Nahversorgung des Ortsteils und der anderen östlichen Stadtteile gesehen“. Das Einzelhandelskonzept schütze die Innenstadt nicht und fördere auch nicht deren Entwicklung. Marten: „Die Eigentümer der leer stehenden Läden müssten vielmehr Eigenengagement entwickeln, um die Innenstadt zu retten.“ Einheitliche Öffnungszeiten im Zentrum könnten ein „deutliches Signal zur Belebung der Innenstadt“ sein.

Noch steht die Meinungsbildung in drei Ortsräten (Neustadt, Mandelsloh, Mühlenfelder Land) aus. Der Rat soll im September entscheiden. Ratspolitiker halten sich bisher mit Stellungnahmen zurück. SPD-Fraktionschef Klaus-Peter Sommer hatte (wie berichtet) vor Wochen genauere Aussagen der Verwaltung eingefordert, ob und wie sich bisherige Beschränkungen ausgewirkt haben. Dazu sieht sich die Verwaltung nicht wirklich in der Lage. „Kaum zu erfassen“, sagt Stadtsprecher Uwe Kreuzer. Kaufmann und CDU-Ratsherr Jens Ohlau sieht das Einzelhandelskonzept als unverzichtbar an: „Es geht Hand in Hand mit der Entwicklung Hibbe/Marktstraße Süd. Schafft man das Konzept ab, braucht man hier nicht mehr zu planen.“

Von Dirk von Werder

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