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Kein Tag ohne Einbruch

Neustadt Kein Tag ohne Einbruch

Sechs Einbrüche am Osterwochenende, zuvor fünf innerhalb von drei Tagen: In Neustadt und seinen Dörfern sind wieder Serieneinbrecher unterwegs.

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Ein fiktiver Einbrecher blickt durch eine eingeschlagene Fensterscheibe (gestellte Szene).

Quelle: Daniel Maurer

Neustadt. Gerade schien sich die Lage entspannt zu haben: Zu Jahresbeginn hatte die Polizei mehrere Einbrüche in Wohn- und Geschäftshäuser aufgeklärt. Eine Gruppe überwiegend jüngerer Neustädter war über Monate hinweg im Stadtgebiet, aber auch in Nachbargemeinden unterwegs gewesen. "In unterschiedlicher Besetzung", sagt die Polizei, waren Täter teilweise mit Brachialgewalt auch in Märkte und Tankstellen eingestiegen. Mehrere der Täter gelten als überführt, warten - teils auch in Untersuchungshaft - auf ihren Prozess.

Doch die Ruhe hielt nicht lange vor. Seit etwa drei Wochen steigt die Zahl der Einbrüche wieder deutlich an. Jüngste Reihe: In der Nacht zum 24. März schlugen unbekannte Täter die Terrassentür eines Einfamilienhauses im Johannesweg in Neustadt ein. Die Bewohnerin schlief im Obergeschoss und bemerkte nichts von dem Einbruch. Es wurde nichts entwendet. Zwei Nächte darauf warfen Unbekannte einen Stein durch die Scheibe der Terrassentür eines Einfamilienhauses in der Wunstorfer Straße. Sie
gelangten so in das Gebäude und durchsuchten alle Räume. Etwa zur selben Zeit
versuchten Täter, in ein Haus in der Julius-Leber-Straße einzubrechen. Sie schlugen die Terrassentür ein, es gelang ihnen aber nicht in das Haus einzudringen. Am 27. März gegen 21.30 Uhr stieg ein Einbrecher in ein Einfamilienhaus in der Mecklenhorster Straße ein. Ein Bewohner überraschte den Mann, der verschwand unerkannt. Aus einem leerstehenden Haus in  Himmelreich wurden auch in der Nacht eine Kabeltrommel und ein
Baustellenradio gestohlen. Und: In Mandelsloh hebelten Unbekannte an der Rückseite des SB-Centers der Volksbank ein Fenster auf. Sie öffneten den Geldautomaten, entkamen mit Bargeld. 

"Wir sichern Spuren, werten aus, vergleichen", sagt Jürgen Winkler, Kriminalhauptkommissar in Neustadt und Ermittlungsdienstleiter. Es sei möglich, dass die Taten in einem Zusammenhang stünden; sicher sei das nicht. In den vergangenen Wochen seien beispielsweise häufiger Bettler oder vorgeblich Arbeitssuchende in Stadtteilen unterwegs gewesen. Ein Verdacht bestehe, dass darunter Kundschafter seien, die Einbruchsmöglichkeiten testeten. Winkler appelliert an die Neustädter: "Rufen Sie die Polizei an, sobald Ihnen etwas komisch erscheint." Und zwar entweder über Notruf 110 oder über Festnetz (05032) 95590.

Empede/Himmelreich

Ein Doppeldorf ist arg betroffen

Empede und Himmelreich - das klingt nicht nur wegen des kleineren, letztgenannten Teil des Doppeldorfes alles andere als gefährlich. Kriminalität? Hier doch nicht. Mit einer zugegebenerweise dramatischen Ausnahme: einem Doppelmord auf einem Resthof vor mehr als 20 Jahren. Doch aktuell herrscht Verunsicherung. 13 Einbrüche innerhalb von acht Wochen. "Der Schock ist groß", sagt ein Bewohner Empedes, der selbst noch nicht betroffen ist, aber schon zwei Nachbarn hat, bei denen Täter eingestiegen sind. Im Doppeldorf hofft man, dass der Spuk bald vorüber ist; dass es sich nicht um einen Ortsansässigen handelt, wie vor vier Jahren in Poggenhagen. Dort zeichnete ein Jugendlicher innerhalb mehrerer Monate für über 20 Taten verantwortlich. vw

Von Dirk von Werder

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