Volltextsuche über das Angebot:

25 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Ausbilder haben sich viel zu sagen

Neustadt Ausbilder haben sich viel zu sagen

Sie tun was gegen den Fachkräftemangel, schon im eigenen Interesse. Neustadts Ausbilder haben viel zu besprechen, wie sich bei einem gemeinsamen Frühstück am Dienstag bei Firma Temps zeigte.

Voriger Artikel
Als Neustadt auf die Barrikaden ging
Nächster Artikel
Queen Mutti nimmt kein Blatt vor den Mund

Ausbilder im Austausch: Petra Dammann (Mitte) berichtet, wie sich der Ghanaer George Opuku im Betrieb bewährt.

Quelle: Kathrin Götze

Neustadt. Die drängendste Frage: "Wie spreche ich den Nachwuchs an, wie finde ich geeignete Bewerber für mein Unternehmen?" Gastgeber Ulrich Temps hat einen beispielhaften Weg vorgemacht, den allerdings nicht jeder Unternehmer so einfach nachvollziehen kann. In seinem Malerbetrieb haben vor gut einem Jahr 17 junge Geflüchtete mit dem SPRINT-Projekt des Kultusministeriums angefangen, das ihnen deutsche Sprache und Arbeitskultur nahe bringen sollte.

Nicht alle haben durchgehalten, wie Temps den Kollegen jetzt berichtete. Und längst nicht alle sind auch für eine Ausbildung im Betrieb geeignet. Im Projekt "Sprint Dual" sollten die zehn besten Kandidaten nun noch den letzten Schliff erhalten, um am 1. August in die ausbildung einzusteigen. "Leider mussten wir uns noch von zwei Teilnehmern verabschieden, deren Sprachkentnisse nicht ausreichten", sagte Temps bedauernd. Schließlich müsse zumindest die Arbeitssicherheit gewährleistet sein. Doch trotz solcher Rückschläge wollten er und sein Team nicht auf die Erfahrungen des vergangenen Jahres verzichten, sagte Temps. "Wir haben jetzt eine zweite SPRINT-Klasse gestartet, wollen auch 2018 wieder dabei sein."

Dass es notfalls auch ohne Projekt-Unterstützung gehen kann, berichtete Petra Dammann. Im Eilveser Dachdeckerbetrieb ihrer Familie hat im Herbst der Ghanaer George Opuku seinen Lehrvertrag unterzeichnet. Er sei ein Muster an Sorgfalt und Motivation, sagt Dammann. "Trauen sie sich, geben Sie den Menschen eine Chance", gab sie den Kollegen mit.

Denn gerade Motivation und Arbeitsbereitschaft sind bei den Ausbildungskandidaten heute nicht mehr selbstverständlich, wie auch Jürgen Hansen erläuterte. Er zeigte den rund 50 anwesenden Ausbildern und Lehrern, wie sich über die vergangenen 50 Jahre die Arbeitseinstellung und Motivation der jungen Leute verändert hat: Waren einst vor allem Sicherheit und Einkommen wichtig für die Wahl des Ausbildungsbetriebs, spielten heute die Stimmung im Team und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben eine viel größere Rolle.

Frühstück ist ein Erfolgsmodell

Nach der Premiere beim Pharmabetrieb Abbott war Temps nun der zweite Gastgeber des Neustädter Ausbilderfrühstücks. Initiatoren sind Uwe Hemens, Geschäftsfährer der Neustädter Wirtschaftsförderungsgesellschaft und Jürgen Hansen, Wirtschaftsförderer der Region Hannover. Bedarf zum Austausch ist offenbar vorhanden: Am Dienstag kamen rund 50 Vertreter von Betrieben, Schulen und Institutionen wie Polizei, Bundeswehr und Agentur für Arbeit der Einladung nach. Die Treffen sollen möglichst halbjährlich in Neustädter Betrieben stattfinden, wie Hemens erläutert. Für die nächste Runde wird noch ein Gastgeber gesucht. Wer die Kollegen zu sich einladen und bei dieser Gelegenheit seinen Betrieb vorstellen will, kann sich bei der Wirtschaftsförderung melden, Telefon (05032) 9634284.

doc6unp62cnsyr1n8eiqa7

Sprint Dual: Samya Al Mado (von links), Suad Alismail und Riad Almiro bereiten sich mit einem Praktikum auf eine Ausbildung in Ulrich Temps' Betrieb vor.

Quelle: Kathrin Götze
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6wa700wi683ht6181vj
Im Blindflug ordentlich gelandet

Fotostrecke Neustadt: Im Blindflug ordentlich gelandet