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Hoffnung für die grünen Riesen?

Neustadt Hoffnung für die grünen Riesen?

Eigentlich hatten Neustadts Baumschützer schon resigniert. Nachdem im vergangenen Jahr nach langen Diskussionen die letzten vier Baumschutzsatzungen im Neustädter Land gekippt wurden, zogen sich die Naturfreunde zunächst zurück. Nun will eine von ihnen die Arbeit wieder beginnen, sucht Verbündete.

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An vielen Stellen in der Kernstadt sind in jüngster Zeit Bäume gefallen, wie hier an der Königsberger Straße.

Quelle: Carola Faber

Neustadt. Ein Schlüsselerlebnis sei es gewesen, als die alte Linde vor ihrem Fenster gefällt wurde, sagt Gisela Kirmizi. Es habe nur Minuten gedauert. "Der Garten nebenan mit dem uralten Baumbestand wurde schon Monate zuvor dem Erdboden gleich gemacht", schildert sie. Doch das sei nur ein Beispiel für den Umgang mit alten Bäumen in Neustadts Kernstadt. Auf privaten und öffentlichen Grundstücken seien zahlreiche Riesen gefallen, sei es an der Mecklenhorster Straße, wo sie Platz für die neue Kreuzung machen sollten, an der Landwehr, wo zahlreiche Linden wegen einer Krankheit sicherheitshalber fielen, in Gärten und auf Baugrundstücken.

Für Kirmizi ist klar, dass die Hoffnung auf ein "grünes Gewissen" der Grundstückseigentümer sich nicht erfüllt. Gründe für eine Fällung fänden sich genug, "doch nicht alle Bäume sind krank und eine Gefahr. und für manch einen Baum würde sich vielleicht eine Alternative zur Fällung finden", sagt sie. Schließlich belegten wissenschaftliche Untersuchungen, dass Bäume Stoffe absondern, die bei Menschen gegen Krebs wirkten, das Immunsystem stärkten, Herz-/Kreislauferkrankungen und weiteren Leiden vorbeugen könnten.

Stadtsprecher Benjamin Gleue sagt, echte Handhabe für den Baumschutz habe die Stadt nun nur noch über Bebauungspläne. Dort könnten schützenswerte Bäume eingetragen werden. Selten greife auch der Denkmalschutz. Müsse ein alter Baum doch gefällt werden, stehe eigentlich eine Ersatzpflanzung an - aber gerade in der Kernstadt seien geeignete Flächen dafür kaum noch zu finden. Das mache, neben dem Geldmangel, auch die Umsetzung des 100-Bäume-Programms schwierig, das die Stadt vor vier Jahren hoffnungsvoll gestartet hatte. Von den geplanten 100 seien bislang vielleicht zehn größere Bäume gepflanzt worden.

Kernstadt-Ortsbürgermeister Klaus-Peter Sommer sagt, er habe keinen Nachweis, dass ohne Baumschutzsatzung nun mehr Bäume fielen als zuvor. Allerdings sehe auch er einen Widerstreit der Interessen: "Wir wollen lieber Lücken schließen als auf der grünen Wiese zu bauen", sagt er. So bleibe in der Ortslage weniger Platz für Bäume. Für das geplante Neubaugebiet auf dem ehemaligen Hüttengelände südlich der Landwehr habe man allerdings mit den Naturschutzverbänden zusammengearbeitet und schützenswerte Bäume zur Erhaltung bestimmt.

Ob das Neustadts Baumschützer beruhigt? Der Nabu-Fachbereich Bäume jedenfalls ruft zu einem Gedankenaustausch über neue Formen des Baumschutzes auf. Wer sich informieren oder das Anliegen unterstützen möchte, sollte am Dienstag, 26. September, um 18 Uhr zum Treffen in den Ratskeller kommen, Marktstraße 4.

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