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Parteien streiten weiter um Wegesränder

Neustadt Parteien streiten weiter um Wegesränder

Landnahme am Ackerrand? Einer Studie des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zufolge überpflügen immer mehr Landwirte die Randstreifen von Wegen, die der Kommune gehören. Auch in Schneeren soll es solche Stellen geben - knapp 22.500 Quadratmeter Wegrain fehlten dort, heißt es.

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Umgepflügte Wegränder: Hier misst der BUND in Pattensen nach.

Quelle: BUND

Neustadt/Schneeren. Die Grünen sind nun im Finanzausschuss mit der Forderung gescheitert, einen städtischen Mitarbeiter mit dem Nachmessen zu beschäftigen. Schneeren ist einer von drei Orten in der Region Hannover, für die der BUND über zwei Jahre Luftbilder und amtliche Flurstückskarten verglichen hatte und auf die genannte Differenz gekommen war.  Das bedeute einen dramatischen Verlust an Artenvielfalt, beklagt Ratsfrau Ute Lamla. Die Randstreifen dienten als Rückzugsraum und Nahrungsreservoir, insbesondere für Insekten.

Zum städtischen Wirtschaftswegenetz gehören mehrere Hundert Kilometer Wege, vielfach in Folge der Gebietsreform 1974 aus dem Besitz der zuvor eigenständigen Gemeinden an die Stadt übergegangen. Wie hoch der Verlust städtischer Flächen insgesamt ist, sei noch nicht geklärt, beklagen die Grünen. Für diese Aufgabe sollte ein städtischer Mitarbeiter eingestellt werden, hatten sie verlangt.

Das sehen CDU und SPD anders, lehnten den entsprechenden Antrag der Grünen zum städtischen Haushalt ab. "Wir brauchen keinen Randstreifen-Sheriff", sagt etwa Björn Niemeyer, Landwirt und CDU-Ratsherr. Die Stadtverwaltung habe wichtigere Projekte zu bearbeiten. Die meisten Landwirte hielten die Ackergrenzen ein, bei Überschreitungen spreche man Kollegen auch mal an.

"Wenn wir von Artenschutz und Artenvielfalt reden, sollten wir auch mal sehen, wie viel die Landwirte dafür tun, mit Brachflächen, Zwischenfrüchten und anderen Maßnahmen", sagt er. Überdies seien an vielen Stellen die Wegstreifen deutlich breiter als in der Karte eingezeichnet: "Der Weg selbst besteht nur aus zwei Reifenspuren, drum herum wuchert das Grün", sagt er.

Die Stadtverwaltung beschäftigt sich im Zusammenhang mit ihren Plänen zum Grünflächenmanagement auch mit den Randstreifen. Noch im März sei eine Besprechung anberaumt, dann könne man konkretere Auskünfte geben, sagt Stadtsprecherin Pamela Klages. 

Von Kathrin Götze

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