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Neustadts Polizeichef geht in Rente

Neustadt Neustadts Polizeichef geht in Rente

Freiwillig früher? Manfred Henze doch nicht. Neustadts Polizeichef - vom Rang her Erster Polizeihauptkommissar - hat am Dienstag seinen letzten Arbeitstag.

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Der Dienstplan ist längst digital. Manfred Henze nutzt das alte hölzerne Teil aber immer noch gern - „der Übersicht halber“.

Quelle: Dirk von Werder

Neustadt. Und dann, erst dann, zieht er seine Uniform aus, gibt die Dienstwaffe ab, verabschiedet sich von den Mitarbeitern.

Henze ist 63 Jahre alt, seit 45 Jahren Polizist. Überzeugungstäter, würde man sagen, stünde er auf der anderen Seite des Gesetzes. Manfred Henze, der Überzeugungstäter in Uniform. Der Mann, der „von klein auf Polizist werden wollte“, der als Kind in Neustadt mit großen Augen „den Emil Block bestaunt hat“, Abschnittsleiter der Polizei seinerzeit, ein Hüne von Mann. „So wollte ich auch sein“, erinnert sich Manfred Henze an seine Kindheit. Und weiß heute: „Da habe ich aus meiner Sicht alles richtig gemacht.“

45 Jahre im Polizeidienst, 37 Jahre davon in seiner Heimatstadt: als Dienstabteilungsführer, Leiter Innendienst, Leiter Außendienst, seit 2001 schließlich Kommissariatsleiter. Mit Tausenden Menschen hat er zu tun gehabt, mit kleinen Strolchen wie schlimmen Verbrechern, mit reuigen Sündern wie verlogenen Egomanen und immer wieder mit den Opfern.

Er hat ein Leben lang gelernt - aus seiner Arbeit, aus den Erfahrungen, die ein Polizist macht. Da sind die Todesnachrichten, die ein Polizist zu überbringen hat - an Eltern von Unfallopfern, Angehörige nach Suizid. „Das Schlimmste“, sagt er. Man geht zu Leuten, überbringt eine Botschaft, die von einer Sekunde auf die nächste das Leben brutal verändert. Niemand kann einem solchen Moment die Härte nehmen, aber man kann ihn menschlich gestalten. Die Notfallseelsorge ist etwas, das Henze gemeinsam mit Neustädter Pastoren wie Tim Kröger initiiert hat, vorbildgebend für viele andere.

Henze geht - er ist „schon ein bisschen traurig“. Jede berufliche Laufbahn endet irgendwann. Mit der Überzeugung ist das etwas anderes. Die bleibt. Manfred Henze lebt mit der Überzeugung, etwas Richtiges zu tun und tun zu müssen.

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